• Assassin’s Creed – Altaïr’s Chronicles

    letztes Jahr, at the end of April Ausführlich gespielt von Lakeshore 9 Kommentare

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    Letztens hatte ich noch gewettert: Ich wollte große Spiele haben, Cutscenes, Sprachausgabe und deutsche Übersetzungen. Dann kamen einige Stunden mit Assassin’s Creed und ich habe ein großes Spiel mit Cutscenes, Sprachausgabe und vollständiger deutscher Übersetzung. Und ich bin überrascht, wie gut das Gerne auf dem iPhone funktioniert! Ich renne über Marktplätze, remple Frauen an, die daraufhin erschrocken aufschreien, springe über Dächer, schwinge an Seilen über Abgründe hinweg, entzünde Ölfässer, besuche brennende Städte, erschlage Schlangen mit herumstehenden Kisten und -- immerhin bin ich Assassine -- töte Menschen. Ständig. Und mit viel Freude! Denn die flüssige Animation, mit der das Schwert geschwungen und dann kraftvoll in die Opfer gerammt wird, sieht einfach nur gut aus!

    Assassin’s Creed ist in der Basis eine Mischung aus Plattform- und Kampfspiel. Das Genre ist auf dem iPhone eigentlich nur mit zwei weiteren Spielen vertreten: Das grafisch beeindruckende, aber spielerisch sehr einschränkende Kroll und Hero of Sparta, ebenfalls von Gameloft. Die Spielwelt in Assassin’s Creed ist deutlich lebendiger, die Figuren größer und die Bewegungen flüssiger, so dass Assassin’s Creed wie der technologische Nachfolger von Hero of Sparta wirkt.

    Man übernimmt die Rolle vom Assassinen Altaïr, der sich durch unterschiedliche Orte bewegt und Aufträge entgegen nimmt, um letztlich einen Kelch in einem Wüstentempel zu finden. Die einzelnen Missionen werden stimmungsvoll durch Cutscenes in Spielgrafik eingeführt, bei denen in die Umgebung gezoomt wird -- ein netter Effekt, der auch später im Spiel verwendet wird. Alle Dialoge, die tiefer in die Rahmenhandlung hinein führen, sowie Schreie von Wachen und Gedanken von Altaïr selber, werden in Deutsch angezeigt und in Englisch gesprochen. Jeder Charakter hat seine eigene Stimme. Manchmal klingt es etwas hölzern, aber ich rechne Gameloft hoch an, das erste iPhone-Spiel mit vollständiger Sprachausgabe veröffentlicht zu haben!

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    Gesteuert wird Altaïr durch ein 360-Grad-Steuerkreuz oder ein 8-Wege-Steuerkreuz, welches wie bei Hero of Sparta wie ein kleiner Joystick funktioniert. Beide Varianten fühlen sich gleich an, allerdings lässt sich in der 8-Wege-Variante weniger “zitternd” steuern. Kämpfe werden über Buttons auf der gegenüberliegenden Bildschirmseite gesteuert. So gibt es zwei Buttons für Angriffe, schlafende Gegner lassen sich über einen dritten geräuschlos töten und ein Schildbutton für die Abwehr von Angriffen steht ebenfalls zur Verfügung. Manche Gegenstände wie Vasen können zerdeppert, andere gehoben und geworfen werden (Fackeln auf Ölfässer z.B.). Auch Kisten kann Altaïr hochheben oder verschieben, um Gegner zu erschlagen oder sich eine kleine Treppe zu bauen. Dabei wird der Bildschirm nicht ständig mit Buttons verdeckt: Viele erscheinen nur, wenn die Aktionen auch durchgeführt werden können. Trotz der vielen Möglichkeiten sollte man hier aber keine präzisen Aktionen erwarten: Wie bei Kroll ist es ausreichend, auf die Buttons zu hämmern, bis die Gegner tot sind und die Hand voll Button-Kombinationen sind ebenfalls zügig gelernt.

    Die Animationen werden jeden erfreuen, der Prince of Persia mochte: Mit flüssigen und geschmeidigen Bewegungen geht und rennt Altaïr, krabbelt Leitern hoch, rollt über den Boden, hängt an Gebäudekanten oder geht vorsichtig einen engen Steg entlang. Er kann Wände bis zu einer gewissen Höhe einfach hochgehen, über große Abstände springen und weite Strecken an einem Seil entlang schwingen. Und die Kampfanimationen werten das Spiel erst richtig auf -- wenn z.B. Altaïr durch die Luft springt, sein Schwert zückt und es im Flug mit voller Wucht in den Gegner rammt, wobei das Spiel mit einer Drehung heranzoomt. Optisch macht Assassin’s Creed auf jeden Fall einen sehr guten Eindruck!

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    Das Spiel nimmt einen bei seinen Reisen durch die Städte, Kanalisationen und Gebäude stets an der Hand: Ein großer Pfeil deutet die grundsätzliche Richtung an. Der nachzuvollziehende Weg ist mit kleinen leuchtenden Punkten belegt. Immerhin ist das Spiel so nett, beliebige Lösungen zuzulassen, solange sie grob zum Ziel führen. Jeder leuchtende Punkt kann gesammelt und später in Equipment und Eigenschaften investiert werden. Wird ein Gegner getötet, so saugt man seine Lebensenergie ein und regeneriert ein wenig. Da die Wege durch die leuchtenden Punkte angegeben werden ist ebenfalls klar, dass Assassin’s Creed kein Spiel ist, bei welchem man die Spielwelt erkunden muss -- der Plot geht wie in einem Buch beständig weiter. Hier geht es eher um Geschicklichkeit und Timing. Manche Level erfordern Kombinationen, die erst schmerzlich gelernt werden müssen. So muss Altair z.B. in der Kanalisation das Timing der Wasserfontänen mit seinen Sprüngen koordinieren oder zwischen verschiedenen Plattformen hin- und her springen, die zum Teil unter ihm zusammen brechen. Das Spiel fühlt sich deshalb häufig mehr wie ein Puzzler an als ein Kampfspiel. Zudem wird zwar der Weg vorgegeben, nicht aber, wie man ihn zurücklegen muss. Wann man also von wo nach wo springt oder wie man Kisten miteinander zu kombinieren hat, muss man selbst herausfinden -- meist durch schmerzhafte Tode. 

    Sterben kann man in Assassin’s Creed auch ohne weitere Auswirkungen. Manche der leuchtenden Punkte sind Speicherpunkte, zu denen man dann zurück gesetzt wird. Angst, verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren, braucht man also nicht haben. Fällt Altaïr ungünstig oder stürzt von seiner Plattform ab, so finden sich in der Nähe Leitern, mit denen man wieder aufsteigen kann. Gerne wird Altaïr dabei entdeckt, von Wachen angegriffen oder von Passanten mit Steinen beworfen. Netter Effekt: Ist Altaïr z.B. durch einen Sturz schwer verletzt, so werden die Bildschirmränder blutig eingefärbt und man hört seinen keuchenden Atem solange, bis es ihm wieder besser geht.

    Vom Nintendo DS sind zusätzliche Minispiele übernommen worden, wie eine Verhörstechnik oder der Taschendiebstahl, bei welchen der Touchscreen verwendet werden. Beide sorgen für eine angenehme Auflockerung der Kletterpartien und wirken nicht störend. Das Fortkommen mancher Level basiert auf diesen Minispielen. So ist z.B. ein Tor zu passieren, welches verschlossen ist und der Schlüssel muss der Wache gestohlen werden.

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    Man merkt Gameloft wie kaum einem anderen Entwicklerstudio an, dass sie mit jedem iPhone-Spiele mehr von Apples Plattform verstehen: Die Spiele werden umfangreicher, technisch besser, die Grafik flüssiger und detaillierter und vor allem wächst auch der Spielinhalt. Die Mischung aus Plattform- und Kampfspiel, garniert mit Minispielen, präsentiert mit flüssigen Animationen, Sprachausgabe, Cutscenes und vollständiger deutscher Übersetzung ist ein erster Einblick in das, was Spiele auf dem iPhone bieten können. Sogar an Kleinigkeiten hat Gameloft gedacht: Im Pause-Bildschirm wird z.B. die Statusleiste angezeigt und gibt den Blick auf Uhrzeit und Akkustand frei. Die Messlatte für andere Spieleschmieden (EA, I’m looking at you!) wurde hier erneut höher gesetzt.

    Dennoch ist auch bei Assassin’s Creed nicht alles perfekt. Größtes Problem ist -- es war klar -- die Steuerung. Die 8-Wege-Steuerung ist hier klar zu bevorzugen, dennoch bleibt ein Unsicherheitsfaktor, der einen manchmal frustrieren kann, z.B. wenn Altair erneut im Halbkreis um die Leiter herumgeht und dann erfolglos die Wand erklimmt, anstelle einfach die verdammte Leiter hoch zu klettern. Aber bei einem Gerät, welches nur den Touchscreen bietet und keine Analogsticks, ist mehr nun einmal nicht drin. Insgesamt ist die Steuerung im Rahmen der technischen Möglichkeiten gelungen und senkt den Spielspaß nur minimal. Ansonsten sind die Soundeffekte teilweise abgehackt (z.B. bei Feuer), es gibt kleinere Grafikfehler (Man kann Kisten “in” Felsen stellen) und sehr selten stockt das Spiel für etliche Sekunden -- Kleinigkeiten, die sicher mit einem Update behoben werden.

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    Fazit

    Gameloft hat es wieder einmal geschafft: Grafisch grandios und mit vollständiger Sprachausgabe ist Assassin's Creed ein herausragender Plattformer geworden!

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    • Kleiner Nachtrag, damit mein früherer Tweet keine Verwirrung auslöst: Die 360-Grad-Steuerung, welche als Standard eingestellt ist, führt bei dicken Fingern zu wackligen Bewegungen, was frustriert und worauf sich der Tweet bezog. Nach der Umstellung auf die 8-Wege-Steuerung hatte ich damit keine Probleme mehr.

    • Hey Oliver,
      ein sehr schönes Review! Mittlerweile gehört deine Seite neben Toucharcade und Slide to Play für mich zu den wichtigsten Anlaufstellen bei iPhonespielen. Deine Reviews sind ehrlich und man hat das Gefühl, du weißt wovon du sprichst.
      Ich hoffe du kannst an der guten Qualität deiner Beitrage festhalten und diese sogar noch steigern…

      • Vielen Dank, das lese ich gerne und es ist stets angenehm, Feedback (jedweder Art ;)) zu kriegen. Ich glaube, dass die Auftrennung zwischen den “Kurz angespielt”-Artikeln und den richtigen Reviews auch vermittelt, welche Spiele tatsächlich über einen längeren Zeitraum gespielt werden und wo der Artikel dann nicht nur einen Ersteindruck als Review verkaufen möchte. Wichtig ist mir bei Tap to Play! vor allem, dass ich gezielt die Perlen und interessanten Entwicklungen herauspicke. Die Notwendigkeit, ständig über alles berichten zu müssen, möchte ich gar nicht erst entwickeln. Toucharcade ist da auch ein sehr gutes Vorbild für mich. Und Slidetoplay lese ich natürlich auch sehr gerne. Mit dem Underworlds-Review hatten die so recht ;).

    • Das Spiel ist echt fesselnd. Leider komme ich ab der Kelch nict weiter. In der kanalisatin findet die gute Dame keinen weg und ich soll ihr helfen. Aber ich finde hier auch keinen weg mehr. Die Stelle wurde auch bereits in anderem Forum erwähnt ohne Losung.

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