Tap to Play!

Text

Ich habe mir einen Kindle gekauft

Amazons eBook-Reader beobachte ich bereits seit seinem US-Erscheinen 2007. Skeptisch zwar, denn ich mag Papierbücher sehr gerne, aber dennoch interessiert, denn ich mag das Gewicht von Büchern nicht. Dementsprechend hat mein Kopf schon seit längerem den Schnitt zwischen wertvollen Hardcover-Büchern, die man auch nach Jahren noch gerne in die Hand nimmt, und simplen Unterhaltungsbüchern durchgeführt. Einzig das passende Geräte fehlt, denn in die Adobe-DRM-Hölle von Sony wollte ich mich nicht begeben und die Kindle-Geräte wurden offenbar in den 80ern designt.

Im Herbst diesen Jahres kam nun die vierte Version des klassischen Kindle heraus - nur mit WLAN, ohne klobige Tastatur, mit deutscher Oberfläche und für sympathische 99 Euro. Heute kam er an.

Der erste Eindruck:

  • Er ist kleiner als vermutet. Kleiner als ein Taschenbuch. Damit passt auch weniger Inhalt auf eine “Seite” aber er passt besser in die Jackentasche.
  • Die Ersteinrichtung funktioniert außerordentlich schmerzfrei: Der Kindle kommt bereit voreingestellt für das Amazon-Konto und verlangt nur noch das WLAN-Kennwort.
  • E-Ink sieht sehr sehr gut aus, ähnelt allerdings mehr einer Zeitung und weniger einem Buch. Von schwarzem Text auf weißem oder gelblichem Papier ist das weit entfernt. Es ist eher dunkelgrauer Text auf hellgrauem Hintergrund.
  • Das Kontrastverhältnis ist im Laufe der Jahre stets verbessert worden, aber ein Kindle ist immer noch deutlich schlechter zu lesen als ein Buch. Sofern nicht helles Mittagslicht das Kindle beleuchtet, wünscht man sich eine Lampe.
  • Alle drei verfügbaren Schriftarten sind mir nicht fett genug und verschärfen das Kontrastproblem damit.
  • Die Bedienung mit Pfeiltasten funktioniert passabel, fühlt sich nach etlichen Jahren mit iPhone und iPad aber sehr altbacken an.
  • Es gibt einen sinnlosen, nicht abschaltbaren, Bildschirmschoner, wenn man das Gerät “abschaltet”. Hier würde ich bevorzugen, weiterhin den Text des Buches sehen zu können.

Nach dem ersten Eindruck folgte die Einrichtung des Gerätes. Schnell fällt auf, dass die Oberfläche hier einiges nachzuholen hat. So habe ich z.B. 76 Bücher auf meiner iPad-Kindle-Software vorliegen. Diese muss ich einzeln aus dem Archiv herunterladen. Sammlungen (Ordner), in die ich die Bücher bereits gelegt habe, werden nicht von der Mac-Kindle-Software synchronisiert, es müssen also alle 76 Bücher einzeln einsortiert werden. Immerhin versteckt sich in den Kindle-Menüs die Möglichkeit, Sammlungen anderer Kindles zu übernehmen. Amazon kann also zwischen Hardware-Kindles offenbar mehr syncen als zwischen den iPad-Programmen, was zumindest einen Wechsel auf Nachfolge-Kindles in der Zukunft erleichtern sollte.

Sobald diese Shit-Work erledigt ist, kommt der angenehme Teil: Das Lesen. Nach dem Öffnen eines Buches springt der Kindle automatisch zur ersten Seite und fortan muss man nur noch über die Hardware-Buttons vor- und zurück blättern. Einfach, simpel und ablenkungsfrei, denn außer Text anzeigen macht der Kindle nichts anderes, das einen nerven könnte.

Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand, Randabstand und die Geräteausrichtung lassen sich einstellen. Ich bevorzuge nicht die klassische Hochkant-Buchseitendarstellung, sondern das Querformat. Hierbei sind die Zeilen länger und ich muss nicht ständig das Auge auf die nächste Zeile heben, was ich als angenehmer empfinde:

Das Einkaufen bzw. Herunterladen neuer Bücher kann direkt auf dem Kindle durchgeführt werden, ist durch die Bedienung aber eher schmerzhaft. Einfacher geht es am iPad oder dem großen Rechner und die normale Amazon-Website: Hier können Bücher per 1-Click-Verfahren gekauft und automatisch auf den Kindle gepusht werden. Der Kindle lädt das Buch anschließend automatisch herunter.

Sehr gelungen ist die Möglichkeit, eigene Dokumente an den Kindle übertragen zu können. Amazon spendiert dem Gerät hierzu eine eigene E-Mail-Adresse, an welche z.B. PDF-Dateien als Dateianhang gesendet werden können. Diese werden dann an den Kindle gepusht und stehen zum späteren erneuten Download oder zur Verteilung an andere Kindle-Geräte/Programme zu Verfügung.

Nachdem ich nun das zu Weihnachten geschenkte Papierbuch durchgelesen habe startet jetzt der vollkommen subjektive Test, wie das Lesen auf dem Kindle abschneidet. Im Vergleich zum Papierbuch und dem Lesen auf LCD (iPad).

Nachtrag: Auch wenn die Kindle-Hardware nicht die Sammlung der Mac-Software gesehen hat, umgekehrt funktioniert das tadellos: Die Mac-Software hat sofort nach dem Start den Import der auf dem Kindle angelegten Sammlungen angefragt und dann durchgeführt.

Kommentare anzeigen
Gepostet am Freitag, Dezember 30 2011.
Getaggt mit: AmazonKindlefeature
116
Anmerkungen
  1. von ompson17hu als Favorit markiert
  2. von taptoplay gepostet

Tap to Play! Apple. Games. And more.
flattr ist eine nette Möglichkeit zur Geldverteilung an Netzinhalte, die man gerne liest, sieht, hört oder anderweitig nutzt und unterstützen möchte. Ihr könnt entweder ganz Tap to Play! mit diesem großen Button hier flattrn oder jeden einzelnen Artikel. Noch Fragen?
EmpfehlungenFeaturesiPadiPhoneKindleOliver wird wenigerArchivÜberKontaktImpressumTwitterRSS Ask me anything
Archiv Abonnieren
Vorige Seite Weiter