Der Wechsel vom alten iTunes-Fairplay-DRM (128kbit) zum DRM-freien “iTunes plus” (256kbit) würde mich über den klassischen Upgrade-Weg über 100 Euro kosten. Oder ich werfe 25 Euro zu iTunes Match, lasse iTunes alles in die Wolke schieben und als iTunes plus-Dateien, ohne DRM, mit verbesserter Qualität, wieder herunter laden. Zudem, so meine Hoffnung, lassen sich damit mein Mac Mini und das MacBook miteinander verbinden und syncen Dateien und Metadaten. Und auf meinem MacBook wird Festplattenplatz frei, da ein iTunes aus Match heraus nicht nur downloaden, sondern auch streamen kann. Und die 25 Euro bezahlen das für ein Jahr. Und die aufgewerteten und heruntergeladenen Dateien gehören danach weiterhin mir. Deal?
Soweit die Theorie. Jetzt ist meine Infrastruktur aber nicht sonderlich übersichtlich…
Man nehme:
Ich durfte anhand etliches Tests mutiger Personen schon lernen, dass eine Umstellung auf iTunes Match folgendes bedeutet:
Der Plan ist somit, zunächst nur die Macs miteinander zu verbinden, da der Rest entweder kein Match unterstützt (nano) oder ich in einen großen Topf Leid treten würde (iOS).
Und so funktioniert es:
Die Aktivierung von iTunes Match auf dem Mac Mini ist zunächst harmlos: Es wird aktiviert. Dann wird gewartet. Stundenlang. In der Zwischenzeit kann man immerhin schon einmal einige hilfreiche Playlisten installieren.
iTunes analysiert nach der Aktivierung die Bibliothek, vergleicht sie mit dem iTunes Store und lädt dort nicht vorhandene Songs hoch.
Außerdem habe ich das MacBook vorbereitet. Ob das erforderlich ist, kann ich nicht sagen, aber ich habe jegliche Musik aus dem MacBook-iTunes gelöscht, fast alle Playlisten gelöscht und die wenigen verbliebenen so umbenannt, dass sie nicht mit dem Mac Mini-iTunes kollidieren. Damit enthält das MacBook jetzt nur noch Musikvideos, in der Regel Konzerte mit weit mehr als 1GB Größe, die Match eh ignoriert.
Als iTunes anfängt, mir die Anbindung eines iOS-Gerätes vorzuschlagen, aktiviere ich Match auf dem MacBook und somit dem zweiten (fast leeren) iTunes:

Ok, los geht’s!

Gut. Warten wir also weiter.
Nach 2,5 Tagen, in denen ich parallel die unten beschriebenen Verbesserungsschritte durchgeführt habe, kann dann erfolgreich Match auch auf dem MacBook aktiviert werden und dieses zeigt nach einer kurzen Wartezeit alle Songs an. Die Songs lassen sich problemlos streamen oder herunterladen.
Ein iOS-Gerät verhält sich wie folgt:
Folgendes ist mir aufgefallen:
Songs verbessern
Der Vorgang wird nebenan wunderbar beschrieben. Letztlich benötigt man folgende Smart Playlist, löscht alles in ihr und lädt dann wieder alles in ihr herunter.

6.443 der 7.235 gematchten Songs würden durch eine erneuten Download eine bessere Qualität erhalten. Verblüffenderweise habe ich sogar Hunderte Songs in 96kbit…
Testweise versuche ich es an einer Datei: Nach dem Löschen verbleibt der Song in der Playlist und wird mit einem Wolkensymbol versehen. Anklicken, der Download startet und die 256kbit-Version liegt auf dem Rechner. Metadaten wie Ratings, Playcounts und sogar Date Added bleiben erhalten. Kurz und schmerzlos. Und geht auch mit zig Tausenden direkt über das Kontextmenü.
Zu berücksichtigen ist natürlich, dass die aus dem Store kommenden Dateien nicht nur besser klingen als z.B. ältere MP3s mit 128kbit oder 192kbit, sondern auch deutlich mehr Platz verbrauchen. Man sollte somit im Vorfeld seine Festplatte aufräumen.
Match-Q
Niels hat in seinem Blog den Match-Q erfunden:
Das Maß für die Abweichung des eigenen Musikgeschmacks vom Mainstream. Umso größer der Match-Q ist, umso weiter weicht der eigene Musikgeschmack vom Mainstream ab. Ein hoher Match-Q bedeutet auch, dass man z.B. bei Streaming-Diensten eher schlechte Karten hat.
Er kommt auf 0,53. Bei mir sieht es so aus:
Match-Q = 1-(7235 + 1176) / (10865) ≈ 0,23
Fazit
Match macht zunächst einen guten Eindruck. Ich habe nun zwei iTunes, welche auf die gleichen Musikdaten zugreifen können, ihre Metadaten synchronisieren und auf dem MacBook 30GB an Platten-Kapazität gewonnen. Außerdem liegen nun alle Dateien in 256kbit vor. Abgesehen von behebbaren Systemeinschränkungen (kein Sync von Dateien größer als 200MB, kein Sync von Smart Playlists, welche andere Playlisten referenzieren, Genius funktioniert nur mit lokalen Songs) bin ich ausgesprochen zufrieden.