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Tablets als Rechnerersatz?

Im Notebook- vs. Tablet-Test der c’t findet sich folgender Satz:

Überraschend viele sagen, dass sie anfangs sogar versucht hätten, das Tablet als Notebook-Ersatz zu verwenden. Das habe jedoch nicht funktioniert. Mittlerweile nutzen auch sie das Tablet nur noch zum Surfen, Spielen oder Musik-Streamen.

Das deckt sich vehement mit meinen Erfahrungen: Als kurz nach Verkaufsstart das iPad 1 in meinen Händen lag, versuchte ich, es als die bekannte Wollmilchsau zu verwenden. Neben dem Redigieren von PDF-Dokumenten, dem elektronischen Ausfüllen meiner Spanisch-Lernkurse und dem handschriftlichen Erfassen von Notizen im Büro standen meine Budget-Verwaltung mit Numbers und das Briefe-Schreiben per Pages auf dem Programm. Mit dem desolaten Fazit, dass nichts gut genug funktionierte:

Die PDF-Programme waren meist zu langsam oder unbedienbar, um damit bequem und effizient PDFs lesen, mit Bemerkungen versehen und zurück senden zu können. Eingescannte A4-PDFs, in die ich ständig etwas eintippen muss, frustrierten nur noch, wie z.B. mein eingescanntes Spanisch-Lernbuch. Die Handschrifterkennung der dafür gedachten Apps war in der Praxis untauglich und selbst einfache Apps scheiterten regelmäßig daran, meinen aufgelegten Handballen zu ignorieren und schmierten wahllos Matsch in die Notizen. Numbers wiederum hängt der Mac-Variante so sehr hinterher, dass ich nicht einmal deren Numbers-Dokumente öffnen und speichern kann, ohne dass sie danach Features verloren haben. Und Pages kommt nicht mit den Vorlagenfunktionen wie die große Variante. Nicht einmal meine eigene Adresse kann es einfügen. So macht das insgesamt keinen Spaß.

Was bleibt sind exakt die Anwendungsbereiche, die ich auch am iPhone und dem Mac verwende:

  • Mail und Safari. Die üblichen Verdächtigen.
  • Writer. Für Notizen. Schreibend.
  • Evernote. Für Notizen. Meist nur lesend.
  • iOutBank. Für den schnellen Kontoüberblick.
  • Tweetbot. Für Twitter.
  • Reeder. Für RSS.
  • Instapaper. Für’s später lesen.
  • VNC, Rowmote und Remote. Fernsteuerung.
  • Carcassonne. Tja ;).

Überhaupt: Spiele. DAFÜR ist das iPad gemacht! Death Rally ist grandios, ebenso wie das erwähnte Carcassonne und die meisten anderen Spiele. Dieses große Display vor Augen zu haben, alles berühren, neigen und drehen zu können, macht deutlich mehr Spaß als “große” Spiele auf der Konsole oder dem Mac. Fehlt nur die Zeit. Mir.

Damit möchte ich nicht sagen, dass das iPad kein Gerät wäre, mit dem man nicht deutlich mehr machen kann. Wenn man denn möchte. Man kann Zeichnen (die Berliner Piraten hatten letztens ihre Parteitags-Übungsveranstaltung live am iPad mitgezeichnet und das Ergebnis war direkt an den Beamer angeschlossen - grandios!), malen, dank der externen Tastatur und Blogsy hübsch bloggen, den ganzen eBay-Kram erledigen, mit EyeTV fernsehen, lernen oder Songs komponieren. Ja, auch Tabellenkalkulation geht, ebenso wie Textverarbeitung, Datenbankgedöns, Projektverwaltung und und und. Mit einem passenden Drucker im Haus kann man auch gleich alles drucken. Bilder, die man mit entsprechenden Apps bearbeitet hat, ebenso. Alles möglich.

Leider geht das Meiste davon einfacher, schneller und effizienter an einem großen Rechner. Schuld haben die Tastatur, das mangelhafte Multitasking und die fehlende Möglichkeit, zwei Apps nebeneinander laufen zu lassen, sowie der grundsätzlich entsetzlich realisierte Dateiaustausch zwischen unterschiedlichen Programmen.

Ich verlange natürlich nicht, dass das iPad die Photoshop-Arbeitsstation ersetzt, aber viele kleine Aufgaben sollten damit besser funktionieren, da es meist an Kleinigkeiten scheitert. Apple ist hier genauso gefragt wie die einzelnen Entwickler von Apps.

Natürlich werde ich das alles weiterhin interessiert beobachten. Mein nächster Rechner wird allerdings ein ganz kleines MacBook Air. Mit einem großen, externen, Display. Und sobald es das mit 8GB RAM gibt. Darunter macht Lion keinen Spaß.

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Gepostet am Montag, Februar 13 2012.

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