
Mittlerweile ist der AppStore voll von Kopien von Geometry Wars. Falls ihr mit dem Begriff nichts anfangen könnt: Geometry Wars ist ein 2003 für die XBox und anschließend etliche weitere Systeme (bis hinunter zum Nintendo DS) erschienener Science Fiction-Retro-Shooter. Die Besonderheit: Man spielt auf einem Vektor-Raster in Neon-Optik und alle Gegner, das eigene Schiff und die Waffen sind ebenfalls abstrakte geometrische Figuren. Hinzu kommt ein extrem hektisches Gameplay, bei dem der Bildschirm mit Gegner gefüllt ist, die alle in großen Feuerwerken zerplatzen. Damit man noch ein wenig Übersicht hat, werden Gegner bereits dann eingeblendet, wenn sie sich außerhalb des Spielfelds befinden und pro Gegner ertönt ein eindeutiges Geräusch, so dass man sich alleine anhand des Geräuschs auf die notwendigen Verteidigungsmaßnahmen vorbereiten kann. Ebenfalls eine Besonderheit des Spiels: Steuerung und Schussrichtung sind voneinander getrennt - man kann also nach oben fliegen und nach unten schießen. YouTube hat etliche Videos des Spiels, aber das hier verlinkte zeigt das Spielprinzip gut und ist in HD-Qualität. Wie sieht es nun mit entsprechenden Spielen auf dem iPhone aus? 2079, Illuminations, Isotype, Light Wars, Nano Fighter! und PewPew habe ich für Euch untersucht.
Alle besprochenen Spiele unterscheiden sich in weiten Teilen von Geometry Wars, oder kurz gesagt: Einen richtigen Klon von Geometry Wars gibt es noch nicht. Vor allem fehlt die Darstellung von Gegnern außerhalb des Spielfelds sowie deren eindeutiger Klang beim Betreten desselben. Und die iPhone-Spiele spielen sich insgesamt alle langsamer. Das ist auch bitter nötig, da die Steuerung meist über zwei Touch-Flächen realisiert wird und man sich stets vergewissern muss, dass die Daumen auch korrekt liegen. Mein persönlicher Favorit ist übrigens Nano Fighter!.
2079
Die Besonderheit von 2079 ist vor allem das Steuerungsschema: Gesteuert wird über die Neigung des Geräts, geschossen dagegen über einen 360°-Button unter dem rechten Daumen. Neu erscheinende Gegner werden von einem Geräusch begleitet, ansonsten hat 2079 allerdings nicht viel mit Geometry Wars gemeinsam. Auch die effektvolle Feuerwerksoptik fehlt. Damit wirkt 2079 bodenständiger und ist vor allem für die Spieler geeignet, denen die anderen Spiele zu technisiert und unübersichtlich sind. 2079 kostet 79 Cents [AppStore].
http://www.youtube.com/watch?v=GwxW3Dyb98E
Illuminations
Als Feuerwerksfan ist klar, dass ich mir Illuminations anschauen musste, schließlich wirbt das Spiel mit Feuerwerksexplosionen und einem Freestyle-Modus, in dem man durch Antippen wilde Feuerwerke lostreten kann. Umso enttäuschender war dann das Ergebnis: Ungenaue Steuerung, mäßig spektakuläre Feuerwerksexplosionen und ein völliges Fehlen von Geräuschen im Freestyle-Modus. Die hübsche 3D-Grafik ist auch nur Makulatur: Man spielt traditionell zweidimensional. Gesteuert wird per Accelerometer, geschossen wird immer in Flugrichtung. Ein Tipp links auf den Bildschirm feuert Laser ab, ein Tipp rechts eine Superbombe, die alle sichtbaren Gegner eliminiert. Das Spiel kostet 2,99€ [AppStore].
http://www.youtube.com/watch?v=TCNBTVkKcrI
Isotope
Isotope ist der Shooter mit dem größten Umfang in diesem Artikel. Es bietet einen Kampagnenmodus oder Survival-Modus an, sowie etliche Aufrüstungsstufen für das eigene Schiff und alle Steuerungsmethoden, die man sich vorstellen kann. Im Kampagnenmodus bewegt man sich in einem Labyrinthsystem von Arena zu Arena. Erst nach Eliminierung aller gegnerischen Schiffe steht der Weg zur nächsten zur Verfügung. Im Survival-Modus spielt man dagegen in einem großen Raum - das entspricht am ehesten Geometry Wars. Die Steuerung kann entweder per Accelerometer für die Richtung und 360°-Button für die Schüsse oder mit zwei Buttons umgesetzt werden. Die Accelerometer-Variante hat mir dabei deutlich schlechter als bei 2079 gefallen: Das Schiff zappelt etwas umher. Die virtuellen Buttons sind dagegen sehr gelungen, da man einstellen kann, ob sie sich an einer festen Position befinden sollen oder sich mit dem Daumen mitbewegen. Dadurch entfällt das störende Repositionieren der Daumen. Die Spielgeschwindigkeit ist bei Isotope aber deutlich weniger hektisch als bei Nano Fighter! oder Light Wars. Das Spiel bietet 30 Missionen im Kampagnenmodus und kostet 2,39€ [AppStore, Lite].
http://www.youtube.com/watch?v=wDk_HLvOPhI
Light Wars
Light Wars kommt von allen hier erwähnten Spielen optisch am Meisten an Geometry Wars heran: Leuchtende Neonoptik, Explosionen in prallen Feuerwerken und ein Miniradar um das eigene Schiff herum, welches die Richtung von Gegnern anzeigt. Gesteuert wird mit zwei 360°-Buttons für Flug- und Schussrichtung. Das Spiel kostet 79 Cents [AppStore, Lite]. Das Spiel hat momentan noch Soundprobleme unter iPhone OS 3. Mit deaktivierten Soundeffekten funktioniert es ohne Ruckeln.
http://www.youtube.com/watch?v=hijfUOfkM40
Nano Fighter!
Absurde Story: Der Herrscher ist erkrankt und seine Untertanen werden verkleinert, um in seinem Körper die Viren auszuschalten. Fortan fliegt man ein kleines Raumschiff im Blutstrom, muss feindlichen weißen Blutkörperchen entkommen und die gegnerischen Viren zerstören. Gesteuert wird mit zwei Touch-Flächen für beide Daumen. Ein Radar für die Gegner gibt es nicht, so dass man schnell reagieren muss. Die Steuerung ist glücklicherweise extrem präzise, die Soundeffekte krachen, die Grafik ist butterweich und sehr organisch animiert und einige Fetzen Sprachausgabe (“Shields low”) sind ebenfalls enthalten. Nano Fighter! macht technisch und spielerisch einen sehr guten Eindruck. Das Spiel kommt mit 70 Leveln und enthält weitere zufallsgenerierte Level, so dass man das Ende quasi nie erreicht. Nano Fighter! kostet 79 Cents [AppStore, Lite].
http://www.youtube.com/watch?v=y5Mw0dcNjAw
PewPew

PewPew ist der kostenlose Außenseiter [AppStore]. In Vektor-Optik werden drei Spielmodi angeboten: Bei “Dodge This” müssen rote Kisten in einem Meer von Gegner eingesammelt werden. Bei “Assault” gilt es, soviele in Formationen und Wellen erscheinende Gegner zu zerstören. Bei Chromatic Conflict müssen alle Gegner vernichtet werden, die die Farbe des eigenen Schiffs haben. Dessen Farbe kann durch überfliegen eines Pulsars geändert werden. An PewPew hat mich vor allem im Dodge-Modus die extrem genaue Steuerung beeindruckt. Hier kann man auf Bruchteile eines Millimeters genau um Gegner herumfliegen, ohne dass es sich verkrampft anfühlt!
http://www.youtube.com/watch?v=yGZeaZRx0ZI