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Ersteindruck: Spiele auf dem iPad

Nach nunmehr fünf Tagen mit dem iPad vage ich ein Fazit: Für mich ist es die ultimative Spielmaschine. Hat das iPhone meinen DS verdrängt, so scheint das iPad nun das iPhone zu verdrängen. Größere Spielfläche, bessere Bedienbarkeit, besserer Klang und die höhere Prozessorgeschwindigkeit (das iPad ist insgesamt noch immer schneller als das iPhone 4) sorgen für lebendigere Spiele und eine viel stärkeres Gefühl, “im” Spiel zu sein. Für mich vor allem verblüffend: Gerade Rennspiele mit Accelerometer-Steuerung profitieren vom iPad.

Mit knapp 700 Gramm ist das iPad nicht eben ein Leichtgewicht. Es liegt zwar weit unter einem Hardcover-Buch, aber es beständig in der Hand zu halten und damit zu lenken konnte ich mir nicht vorstellen. Bis ich es selbst in der Hand hielt: Die 700 Gramm wirken geradezu leicht. Durch Aluminium und Glas fühlt man einen sehr wertigen, soliden Klotz in der Hand - kein Vergleich zum Plastik des iPhone 3GS. Das Lenken mit dem iPad fühlt sich dadurch deutlich realistischer an als mit dem iPhone. Hinzu kommt selbstverständlich das größere Display, welches einen stärker in das Spiel hinein zieht. Den Hauptunterschied zum iPhone macht aber der eingebaute Lautsprecher: Mit den Bässen bebt das gesamte Gerät und wenn in Real Racing die Motoren anfangen zu Röhren und bei steigender Geschwindigkeit die Lautstärke und das turbinenähnliche Pfeifen zunehmen, bebt das iPad immer intensiver mit. Eine beeindruckende Erfahrung, mit der ich nicht gerechnet hatte!

http://www.youtube.com/watch?v=F4uGC1VMbY0

Auch iPhone-Spiele wie Jet Car Stunts profitieren davon und machen deutlich mehr Spaß als am kleinen Bruder. Dass man Rennspiele aber auch versauen kann beweist (fast erwartungsgemäß) Gameloft: Asphalt 5 HD ruckelt derart stark, dass man mit der hochskalierten iPhone-Version mehr Freude hat und Shrek Kart HD steuert sich auch in der iPad-Variante nur ausgesprochen behäbig, so dass Real Racing HD hier die klare Empfehlung ist.

Die meisten iPhone-Spiele funktionieren überraschend gut auf dem iPad, solange die Steuerung nicht an den unteren Bildschirmrand geklebt wurde. Jet Car Stunts funktioniert somit, Giana Sisters leider gar nicht.

Da es beim iPad deutlich mehr Haltevariationen gibt als beim iPhone sind die Spiele deutliche Gewinner, bei denen man die Steuerungselemente anpassen kann. Aber das muss sich noch herumsprechen: Shrek Kart HD platziert z.B. alles recht weit unten, was unbequem ist, wenn man das iPad in der unteren Hälfte hält (der Daumen ist dann auf Höhe des Home-Buttons). Bei Asphalt 5 HD lässt sich dagegen alles frei positionieren - das Spielen geht entsprechend entspannt vor sich. Viele iPhone-Spiele würden problemlos und meist besser auf dem iPad funktionieren, wenn die Entwickler eine Konfigurierbarkeit der Oberfläche vorsehen würde. Hier muss noch Erfahrung gesammelt werden. Auch beim iPhone hat es teils über ein Jahr gedauert, bis sich Steuerungsstandards gefestigt hatten.

Der Wechsel von Spielen vom iPhone zum iPad oder das parallele Spielen auf dem iPhone und iPad wirft zunächst Fragen nach der Spielstandübertragung auf. Leider unterstützen die wenigstens Spiele Online-Profile und das Fortsetzen von Spielen auf den jeweils anderen Geräten. Einzig ngmoco:) kann hier durch das Plus+-Netwerk mit We Rule und Godfinger Punkten. Firemint unterstützt in Cloudcell dieses Feature nicht, so dass man seine Karriere auf dem iPad erneut beginnen muss. Bei OpenFeint sieht es nach Kraut und Rüben aus: Manche Spiele versuchen, auf der Basis von Achievements und Highscore-Einträgen Spielstände wiederherzustellen, eine wirkliche Synchronisierung verschiedener Endgeräte ist aber nicht durchgängig vorhanden. Und einzig und alleine Baphomets Fluch bietet den Spielstand als separat sicherbare Datei in iTunes an (ein iPad oder iPhone mit iOS 4 vorausgesetzt). Hiermit ist somit die manuelle Spielstandsübertragung möglich.

Insgesamt gibt es hier durchaus noch Raum für Verbesserungen. ngmoco:) zeigt mit Plus+, wie solch eine Funktionalität transparent implementiert werden kann. Auch Applikationen anderer Anbieter können ihren Spielstand über Plus+ synchronisieren. Warpgate geht z.B. einen Mittelweg: Der Spielstand wird nicht automatisch online gespeichert (somit ist auch ein Spielen ohne Netzzugang möglich), kann aber auf Wunsch des Spielers herunter- oder hochgeladen werden.

Somit bleibt für mich als Fazit: Das iPad ist ein beeindruckendes Gerät, welches durch seine Software und weniger durch seine Hardware lebt. Mit jedem gestartetem Programm verwandelt sich das iPad in ein großes Fenster, durch welches man auf dieses Programm blickt. das Betriebssystem und die Hardware verschwinden aus der Betrachtung. Umso wichtiger ist, dass die Software ausgereift ist. Die ersten iPad-Spiele machen hierbei viel Hoffnung. Auf meinem iPhone finden sich nunmehr nur noch fünf Spiele. Tendenz sinkend.

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Gepostet am Montag, Juni 28 2010.
Getaggt mit: iPhoneFeatureiPad

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