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Cocoto Kart Online - Gelungener Kart-Racer ohne Spielspeicherung

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Ein Kart-Racer für 79 Cent? Kann das gut gehen? Glücklicherweise ja! Überraschend, dass ebenfalls ein Online-Modus integriert ist, der im Gegensatz zu Krazy Kart tatsächlich funktioniert. Auch der Umfang kann sich sehen lassen: Zehn Strecken, zwölf Fahrer, vier Schwierigkeitsgrade, 2 Cups und ein Online-Battle-Modus mit noch einmal fünf Strecken versprechen viel, gerade auch für diesen Preis. Wie sieht das aber im Detail aus? Wo kann Cocoto Kart überzeugen und wo scheitert es?

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Ich fange direkt mit dem Online-Modus an, da Cocoto Kart der erste Kart-Racer ist, der den Online-Modus brauchbar implementiert: Nach Auswahl des Online-Modus und eines Fahrers darf man sich zwischen Multiplayer Race, Battle Mode und Table entscheiden. Letzteres entspricht den Räumen, die man auch von Krazy Kart kennt, und denen man zum Fahren mit den dort Anwesenden beitreten kann. Hinter dem Battle Mode verstecken sich fünf Kurse, bei denen Gegner drei Mal getroffen werden müssen. Und hinter dem Multiplayer Race verbirgt sich die Möglichkeit, die einzelnen Cups gegen andere Spieler zu fahren. Eurocenter geht hierbei glücklicherweise den Weg, den Mario Kart z.B. auf dem Nintendo DS vorgemacht hat: Es werden automatisch Gegner gesucht und zu einer Gruppe mit vier Spielern zusammen geführt. Umständliches Herumgefummel entfällt.

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Einige Spezialitäten sind ebenfalls dabei: Läuft eine Runde bereits, so kann man dieser zuschauen. Und falls ein Spieler ein laufendes Rennen verlässt, so wird sein Wagen von einer KI weiter gefahren. Der Multiplayer-Modus funktioniert vollkommen reibungslos und ohne jegliche Verzögerung. Einzig auf etwas schwächerer Hardware wie meinem Classic iPhone 2G fühlt sich das Spiel im Multiplayer-Modus etwas schwerfälliger an, erreicht aber niemals die Ruckligkeit, die Crash Bandikoot Nitro Kart 3D oder Krazy Kart schon im Einzelspielermodus auszeichnet.

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Im Einzelspielermodus stehen ebenfalls alle Strecken und Cups zur Verfügung. Gespielt wird in mehreren Schwierigkeitsstufen, je nach Leistungsfähigkeit des Gerätes, gegen vier oder fünf andere Fahrer. Damit schafft es Eurocenter erfolgreich, das Spiel auch auf älteren Geräten flüssig laufen zu lassen.

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Kommen wir zu den Strecken und Items. Cocoto Kart ist offensichtlich mit Mario Kart als Vorbild erzeugt werden: Meist bunte Strecken, verschlungenes Streckenlayout, versteckte Abkürzungen, weite Sprünge über tiefe Schluchten, Feuerbälle, Wasserflächen, herumkriechende Gegner wie Würmer auf den Strecken und leuchtende Elemente, die in Viererreihen auftreten, und einen mit Items wie Lavabällen, Tomaten, Schleimbällen und Beschleunigern versorgen. Ausgelöst werden diese Items durch kurzes Schütteln des iPhones (einmal kurz nach Vorne neigen) oder Antippen des oberen Bildschirmbereichs.

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Die Strecken sind grundsätzlich gut entworfen, unterscheiden sich aber drastisch im grafischen Thema. Es gibt Sprungsschanzen, Steilkurven und ineinander verschlungene Streckenteile, somit also auch Brücken und Tunnel. Die grafischen Themen sind so unterschiedlich wie eine grellbunte Dschungellandschaft samt herunterhängenden Lianen (Bo-Bong) und düstere Science Fiction-Strecken (Glabooh, Cerber) a la Low Grav Racer (hier besprochen) nur sein können. Leider sind die düsteren Strecken im wahrsten Sinne des Wortes düster: Nur ein iPhone auf maximaler Helligkeit und eine möglichst dunkle Umgebung helfen dabei, die Strecke wirklich erkennen zu können. Die Dschungelstrecke ist dagegen angenehm hell und verbreitet den spaßigen Flair, den ich von Mario Kart so liebe. Mit Bo-Bong und Venuzia konnte ich deshalb auch am Meisten anfangen. Da insgesamt 15 Strecken (inkl. Battle-Modus) mitgeliefert werden, ist hier aber genügend Abwechslung für jeden Spielertyp vorhanden.

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Gesteuert wird entweder per Accelerometer oder per Touch-Steuerung. Beschleunigt wird automatisch oder per Button. Die Touch-Steuerung ist extrem überempfindlich und kaum verwendbar. Die Accelerometer-Steuerung ist dagegen gut eingestellt, nicht so empfindlich wie bei Krazy Kart, aber auch nicht so unempfindlich wie bei Ferrari GT. Leider fühlt sich der Wagen auf manchen Strecken sehr merkwürdig an: Ich hatte teilweise das Gefühl, wie beim Low Grav Racer ohne Widerstand über die Straßen zu gleiten, so dass mir eine genaue Steuerung nicht möglich war. Entweder tritt dieses Problem bei späteren Strecken nicht auf oder ich hatte mich irgendwann daran gewöhnt: Cototo Kart Online fehlt jedenfalls die punktgenaue Steuerung (“tight”), die ich mir für einen Kart-Racer mit so engen Streckenlayouts wünschen würde.
[caption id=”attachment_5837” align=”aligncenter” width=”480” caption=”Unsichtbare Wand vor dem Kart”]Unsichtbare Wand vor dem Kart[/caption]
Cocoto Kart-Racer sind keine Neuerscheinung: Das Spiel gibt es auch für den Gameboy Advance, Nintendo DS, die Wii, Playstation 2, Windows und Windows Mobile. IGN schreibt zur Wii-Version:

As far as budget titles go, Cocoto Kart Racer is the cream of the crop. It could be described as a poor man’s Mario Kart, emulating almost all of its features and clocking in at $30 less.


Die iPhone-Version kommt nicht einmal an die Mario Kart-Features heran. Zuviel Liebe zum Detail fehlt. Aber Vergleiche mit einem Spiel, welches auf dem iPhone niemals erscheinen wird, sind müßig: Im Rahmen der jetzt vorhandenen Kart-Racer auf dem iPhone stellt Cocoto Kart Online die Elite dar. Dass ich dennoch nur eine Wertung von 60% geben kann, liegt an etlichen kleinen Fehlern, die zeigen, dass dieses Spiel noch einige Wochen Entwicklungszeit gebraucht hätte:


  • Das Spiel ignoriert den Stummschalter komplett. Bei aktivierter Stummschaltung laufen alle Spielgeräusche und die Musik. Schaltet man Spielmusik und Geräusche ab, so schreit einen das Intro-Video dennoch an.

  • Das Problem wird zumindest beim iPhone etwas abgemildert, da das Spiel den Bildschirm falsch herum dreht und somit beim Spielen der Lautsprecher von der Hand verdeckt wird.

  • Das Spiel läuft auch weiter, wenn man das iPhone mit dem Schalter oben rechts ausschaltet.

  • Es gibt keine Spielspeicherung. Bei Druck auf die Home-Taste ist das aktuelle Rennen bzw. der aktuelle Cup weg und muss von Vorne begonnen werden.

  • Reproduzierbare Abstürze beim Eingang mehrerer Push-Notifications direkt nacheinander.

  • Man hängt teils in unsichtbaren Wänden fest.

  • Schwammige Steuerung.

  • Überempfindliche Touch-Steuerung.

  • Wie bei Eurocenter üblich: Hässliche Menüoberfläche.

http://www.youtube.com/watch?v=WMXoeYBeL-E


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Gepostet am Montag, Oktober 5 2009.
Getaggt mit: iPhone

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