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Tap Tap Revenge 3

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Vor knapp einem halben Jahr schrieb ich zu Tap Tap Revenge 2.5, dass sich Tapulous den Weg für DIE Musik-App bahnt. Was wir jetzt mit Tap Tap Revenge 3 zu sehen bekommen, begann dort: Unterschiedliche Themes für einzelne Songs, Download-Möglichkeiten für kostenlose Musik, Online-Multiplayer, Challenges und Importmöglichkeiten für andere Tapulous-Apps wie Tap Tap Dance. Tap Tap Revenge 3 kommt jetzt mit einem komplett neuen Interface, Avatar-Funktionen inkl. eigener Kleidung, einer spielinternen Pseudo-Währung für den Kauf von Kleidungsstücken der Avatare und für echtes Geld kaufbaren Download-Content in Form von Song Packs ab 79 Cent. Tap Tap Revenge 3 ist keine Revolution, sondern Evolution. Dafür möchte Tapulous 79 Cent sehen [AppStore].

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Die guten Grundlagen der Version 2.5 wurden erweitert, das Spielprinzip bleibt gleich: Auf drei Notenbahnen sausen Noten im Takt der Musik herunter, die man bei Erreichen der unteren Linie antippen muss. Die drei Notenbahnen ermöglichen es Tap Tap Revenge, interessante Kombinationen zu erzeugen. So muss man z.B. die äußere Bahn längere Zeit gedrückt halten und mit dem zweiten Finger auf den anderen beiden Bahnen wechselweise tippen. Da das im Takt der Musik geschieht macht dies großen Spaß und sorgt für ein frustfreies und “flüssiges” Spielvergnügen. Auch sorgen die drei Notenbahnen dafür, dass problemlos zwei Daumen Platz finden - bei Rock Band wird dies schon einmal eng. Achievements und eine Art Karriere-Modus, bei dem man seinen Charakterlevel durch erspielte Erfahrungspunkte verbessert, runden das Ganze ab und entfernen einer ältere Kritik von mir. Mein Hauptkritikpunkt bleibt aber erhalten: Trifft man eine Note nicht, so hat dies nur wenig Auswirkungen. Der aktuelle Multiplyer wird zurück gesetzt, ein “Miss” erscheint, der Punktestand bleibt niedrig und ab und an wackelt der Bildschirminhalt kurz oder leuchtet rot. Im Gegensatz zu Rock Band (hier besprochen) hört man den Vertipper aber nicht und niemals wird ein Song abgebrochen, wenn man zu schlecht spielt.

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Im Solo-Modus spielt man alleine mit seinen Songs. Damit dies motivierend bleibt, gewinnt man ständig Achievements, schaltet neue Funktionen wie zusätzliche “Waffen” für den gleich beschriebenen Battle-Modus frei und verdient sich Münzen, die man später in Equipment für seinen Avatar ausgeben kann. Im Quick Play-Modus spielt man dagegen für nur wenige Sekunden einen Song - ideal für kurze Unterbrechungen in der Bahn oder Warteschlange.

Letztlich sind es aber die Online-Funktionen, die das Spiel tatsächlich interessant machen: Geboten wird zum Einen eine Challenge-Funktion, mit der man Freunde herausfordern kann (die Benachrichtigung erfolgt über Push-Notifications) und zum Anderen eine Art Pseudo-Multiplayer, bei der man einen von mehreren Räumen betritt, in dem alle Spieler gleichzeitig den gleichen Song spielen. Nach Abschluss des Songs werden die Ergebnisse in einer Top-Liste zusammen geführt und während der Songs kann man sogar andere Spieler behindern, indem man ihnen böse Items per Tastendruck schickt. Damit diese Räume gerecht auf die Erfahrungen der einzelnen Spieler reagieren, sind manche davon erst ab bestimmten Charakterleveln betretbar - man muss sich folglich hocharbeiten, um dort mitspielen zu können. Tapulous hat es hiermit bravurös geschafft, den Battle-Mode aus Guitar Hero in ein iPhone-Spiel zu überführen und Online in Echtzeit stattfinden zu lassen. Krönung des Ganzen: Hat man den kommenden Song noch nicht in seiner Bibliothek, so wird dieser kostenfrei heruntergeladen. Dies gilt auch für Songs, die man noch nicht gekauft hat. Freilich werden diese nicht für den Solo-Modus abgespeichert, aber es ist Tapulous dennoch hoch anzurechnen, dass man das komplette Repertoire faktisch kostenlos spielen kann.
Die erwähnten Freunde kann man direkt im Spiel hinzufügen. Dazu wird, unter dem beim Start angegebenen Namen des Spielers, ein Account im Tapulous-Netzwerk angelegt, was lange vor OpenFeint das erste Community-System für iPhone-Spiele war, aber nur von Tapulous verwendet wird. Wer seinen Tapulous-Account mit einem Twitter- oder Facebook-Account verbindet, der kann daraus seine Freunde bzw. Follower importieren. Übernommen wird dabei die Schnittmenge, somit also die Follower, die ihren Twitter-Account ebenfalls mit Tapulous verbunden haben. Gegen diese Freunde kann dann “live” angetreten werden oder es werden ihnen Challenges gesendet.
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Kernelement des neuen Tap Tap Revenge ist der Store. Endlich gibt es nicht nur kostenlose Songs meist unbekannter Künstler zum Download, sondern zusätzlich auch Songs bekannterer wie Korn oder Fall Out Boy, die für 79 Cent gekauft werden können. Die Abrechnung erfolgt dank In-App-Purchases bequem über iTunes. Für 79 Cent erhält man zwei Songs. Pakete, die mehr Songs enthalten, kosten mehr Geld - 2,39€ für sechs Songs z.B.. Wer das Spiel irgendwann einmal reinstalliert kann, solange er den gleichen iTunes-Account verwendet, alle vormals gekauften Songs erneut kostenlos herunter laden.

Grafisch kann Tap Tap Revenge endlich überzeugen. Viele der Songs kommen mit einem eigenen grafischen Thema. Offensichtlich hat Tapulous bestimmte Standardlayouts definiert, die farblich und durch Bandfotos variiert werden können, um solche Songlayouts schnell realisieren zu können. Dennoch: Wenn fast jeder Song anders daher kommt, hebt dies die Stimmung merklich!

Nach soviel Lob gibt es natürlich auch einiges an Negativem zu vermelden, die die Wertung um jeweils 20% drücken. Das ist umso unverständlicher, da beide Probleme offensichtlich sind und leicht hätten vermieden werden können:
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Im Gegensatz zu OpenFeint regiert beim Tapulous-Netzwerk leider absolute Intransparenz, die schon damit anfängt, dass sich Tap Tap Revenge ungefragt mit dem Tapulous-Account verbindet, der mit dem iPhone (bzw. dessen Hardware-ID) verbunden ist. Mein Tapulous-Account entstammt in diesem Fall einigen frühen Feldversuchen mit der Pseudo-Twitter-Software Twinkle, so dass ich vor der interessanten Frage stand, mit welchem meiner etlichen Twitter-Accounts sich denn das Tapulous-Netzwerk versucht, zu synchronisieren. Im Gegensatz zu jedem Spiel, welches OpenFeint integriert, kommt man leider nur mit viel Ausdauer zu den Account-Einstellungen, die einen dann auf Hilfeseiten oder das andere Programm, Twinkle, weiter leiten. Somit musste ich mir erneut Twinkle installieren, um dort meinen Twitter-Account und Facebook-Account einstellen zu können. Eine Umbenennung des Namens war nicht möglich, so dass ich den Tapulous-Account löschen und von Vorne beginnen wollte. Das kann direkt aus Tap Tap Revenge oder Twinkle ausgelöst werden, erfordert aber eine eMail-Bestätigung. Mit Löschung des Accounts gehen auch sämtliche Fortschritte im Spiel verloren, da diese nicht im Spiel selber gespeichert werden, sondern nur online. Interessant ist hierbei natürlich, dass durch eine Löschung in Twinkle auch der Spielstand von Tap Tap Revenge entfernt wird…

Meinen daraufhin angelegten neuen Account konnte ich in Twinkle problemlos mit meinem Twitter-Account verbinden, woraufhin er einen Freund und zwei Follower übernommen hat. Der Freund wurde mir angezeigt, die Follower nicht. Darauf reagiert wiederum Tap Tap Revenge und vergibt nach dem Öffnen ein “Befriended”-Achievement. Welche der drei Personen das Achievement ausgelöst hat, wird nicht angezeigt. Die über einen beherzten Tipp auf den eigenen Avatar aufrufbare Freundesliste zeigt, genau wie Twinkle, einen Freund und zwei Follower an - welche letztere sind, erfahre ich hier ebenso nicht. Genauso problembehaftet ist leider das Hinzufügen von Freunden direkt in Tap Tap Revenge: Wer z.B. einen Song gegen mich spielt kann mir anschließend eine Nachricht in meine Inbox legen. Von dieser gelangt man aber nicht in das Profil des Autors und kann die Person somit nicht als Freund hinzufügen - nur das Merken und spätere Abtippen des Namens in einem anderen “Fenster” ermöglicht dies. Bei einem Spiel, welches so intensiv auf die Online-Community wert legt, ist dies kaum nachvollziehbar. Dass OpenFeint dies alles problemlos und verständlich darstellt, das Tapulous-Netzwerk seit mehr als einem Jahr im großen Stil aktiv ist, die Probleme seit einem Jahr bestehen und Twinkle bei meinen Account-Umstellungen vier Mal abgestürzt ist, komplettiert das desaströse Bild noch.
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Leider ist der neue Store das zweite Element, welches die Wertung drückt, denn was Tapulous momentan abliefert, hätte, wenn nicht durch eigene Qualitätstests, so doch zumindest durch Apples Review-Prozess abgewehrt werden müssen. Der Store führt einige interessante Neuerungen ein. So hat es Tapulous im Jahr acht nach iTunes endlich verstanden, dass es unterschiedliche Genres gibt und eine Sortierung nach Künstlernamen sinnvoller sein kann als eine Sortierung nach Songtitel. Im neuen Store kann deshalb nach allen möglichen Facetten gefiltert werden. Ebenfalls ist ein Batch-Download für alle kostenlosen Songs einer Schwierigkeitsstufe enthalten. Der Teufel liegt aber im Detail.

Kleinere Probleme wie der fehlende Batch-Download für alle Songs eines bestimmten Genres oder die fehlende Löschfunktion für die Songs, die beim Spiel mitgeliefert werden, kann man glatt ignorieren, wenn man bemerkt, dass der Zurück-Pfeil in 40% aller Berührungen nicht eine Hierarchieebene zurück geht, sondern wieder beim Startbildschirm ankommt. Wenn dabei noch die gerade durchgeführten Änderungen an seinem Avatar ungefragt verloren gehen, ist die Freude gering. Bereits gekaufte Songs werden auch weiterhin im Store angezeigt und nicht hervorgehoben. Dass man diesen Song gekauft hat bemerkt man erst nach dem Antippen, denn Tap Tap Revenge öffnet dann nicht die Detailseite des Songs, sondern startet sofort ein Spiel mit diesem. Das kann man zwar nach einiger Wartezeit abbrechen, anschließend darf man seinen Store-Besuch aber von Vorne beginnen… Wer dagegen auf der Detailseite eines kaufbaren Songs ankommt wird sich über die Audio-Vorschau freuen, weniger aber darüber, dass kein Preis angezeigt wird. Ein Antippen von “Purchase” führt sofort den Kauf über den AppStore durch. Dieser fragt zwar nach, ob man wirklich Einkaufen möchte und zeigt auch endlich den Preis an, wer aber hier abbricht, wird von Tap Tap Revenge anschließend mit einer unschönen Fehlermeldung begrüßt. Inkonsistenz wird beim Store folglich ebenso groß geschrieben wie bei der Verwaltung seines Tapulous-Accounts.
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Hinzu kommt noch die erschreckend penetrante Werbung für den aktuell gefeaturten Künstler, die sich vom Startbildschirm des Programms (!) über die Solo-Playlisten bis - natürlich - in den Store hineinzieht. Den Todesstoß erhält der Store aber durch die unfassbaren Ladezeiten. Offenbar wollte Tapulous keinen Cache programmieren, der einmal geladene Grafiken lokal in der Applikation abspeichert. Als Folge wird jede Grafik immer wieder erneut vom Server geladen, dies betrifft sowohl die riesigen Ladegrafiken für das aktuelle Feature, aber auch die Hunderte von Grafiken für das Avatar-Equipment, die einzelnen Avatare der Nutzer und die Vorschaubilder aller Multiplayer-Funktionen. Die Bedienung ist derart zäh, dass man sich schon zwingen muss, den Store zu nutzen.
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Sieht man von den Problemen mit dem Tapulous-Account und dem unbrauchbaren Store ab, ist Tap Tap Revenge 3 ein ausgesprochen gelungenes Spiel, welches natürlich thematisch mit dem eben erschienenen Rock Band kollidiert. Beide Spiele haben andere Zielgruppen. Rock Band bietet lokalen Bluetooth-Multiplayer an, Tap Tap Revenge dagegen die Online-Community und in Echtzeit stattfindende Online-Battles, samt rudimentärer Avatar-Gestaltung und Erfahrungspunkten. Spielerisch ist Tap Tap Revenge einfacher als Rock Band, verlangt weniger Präzision, fühlt sich flüssiger an und ist optisch ansprechender. Rock Band verlangt dagegen mehr Konzentration und bietet mit dem Tourmodus auch ein wirkliches Spielelement an und nicht nur getrennt voneinander spielbare Songs. Außerdem kann man bei Rock Band wirklich verlieren und hört, wenn man sich verspielt. Relevant ist natürlich auch die Songfrage: Tapulous fügt seit einem Jahr beständig Songs hinzu und bietet über 100 kostenlose Titel aus verschiedenen Genres, wogegen Rock Bank momentan nur über 32 Songs verfügt und unklar ist, wieviele EA aus dem großen Rock Band-Katalog für das iPhone aufarbeiten möchte. Gelegenheitsspielern lege ich deshalb Tap Tap Revenge 3 ans Herz. Allen anderen empfehle ich dagegen beide Spiele.

http://www.youtube.com/watch?v=kDHMoku5eyU

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Gepostet am Mittwoch, Oktober 21 2009.
Getaggt mit: iPhoneEmpfehlung

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