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Chaos Rings - Square Enix kommt endlich auf dem iPhone an!

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Ein Beben geht durch den AppStore: Mit Chaos Rings wagt es zum ersten Mal ein Spielehersteller, die 10 US-Dollar und -Euro-Marke zu überspringen. 10,49€ möchte Square Enix für sein neuestes Action-RPG verlangen. Und es sei schon vorweg genommen, dass der Preis für die gebotene Leistung berechtigt ist.

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Chaos Rings ist ein speziell für das iPhone OS entwickeltes Rollenspiel, welches sich von Story-Umfang und Kampfsystem zwischen der Final Fantasy-Epik und Dungeon Crawlern bewegt: Vier Pärchen werden entführt und sollen in der Arena gegeneinander antreten. Der Sieger erhält Unsterblichkeit und ewige Jugend. Um sich für den Kampf in der Arena zu qualifizieren müssen zuvor unterirdische Katakomben und oberirdische Welten durchlaufen werden, in denen stetige Zufallskämpfe und Endgegner warten. Schnell stellt sich dabei heraus, dass jede Umgebung in der Art eines Holodecks simuliert wird und alles eine Showveranstaltung ist. Vom wem und weshalb ist unklar, ebenso die Zusammensetzung der Pärchen. Diese lineare Story wird in Form von Dialogen und Animationen (in 3D-Spielgrafik) erzählt.

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Die Story kann auf verschiedenen Ebenen verfolgt werden. Beginnt man das Spiel, stehen zwei Pärchen zur Verfügung, mit denen auch abwechselnd gespielt werden kann (der Spielstand wird separat gespeichert). Der Handlungsfäden sind miteinander verwoben, so dass nur die Spieler die gesamte Story erzählt bekommen, die das Spiel mit allen Charakteren durchspielen. Gegner und Puzzles passen sich den Charakteren und ihren Erfahrungen an.

Das Spiel ist sehr kampflastig und auch wenn später Zufallskämpfe deaktiviert werden können, ist das Sammeln von Items, Erlernen von Magie und Erhöhen der Erfahrung dringend erforderlich, um gegen die Endgegner und Arena-Gegner bestehen zu können.

Diese Kämpfe sind rundenbasiert. Jeder Angriff kann als Paar-Angriff oder Einzelangriff durchgeführt werden, wobei der Paarangriff mehr Schaden erzeugt, aber gegnerische Atacken ebenfalls das Paar betreffen und nicht nur einen einzelnen Kämpfer. Interessant ist der Vorteils-Faktor des Spiels. Je nach Kampftechnik hat entweder der eigene Kämpfer oder Gegner einen Vorteil und darf zuerst zuschlagen. Dieser Vorteil kann sich mehrmals im Kampf verändern. Im Kampf verlorene Health Points werden nach dem Sieg automatisch wieder aufgefüllt. Außerdem kann für jeden Level der Schwierigkeitsgrad gewählt werden, in dem dieser gespielt werden soll. Damit ist das Spiel auch für weniger geübte Spieler geeignet.

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Das Magiesystem basiert auf kleinen Sammelbecken wie den gesammelten Fähigkeiten der Mausgegner oder Spinnengegner. Für jeden Charakter kann gewählt werden, welche dieser Sammelbecken “getragen” werden sollen. Der Charakter verfügt dann über diese magischen Fähigkeiten. Das Besiegen von Gegnern fügt dessen magische Fähigkeiten automatisch dem passenden Sammelbecken hinzu.

Zusätzlich zu dem Kämpfen und Umherlaufen existieren Puzzle-Räume, die nach Sokoban- oder Lights Out-Manier gestaltete Puzzles präsentieren. Das wirkt etwas deplatziert, aber die (ebenfalls verwunderten) Spielcharaktere erklären sich diese Räume treffend mit dem Holodeck-Charakter.

Gesteuert wird durch einen virtuellen Joystick, der seinen Mittelpunkt stets dort platziert, wo der Finger abgesetzt wird. Kämpfe und sämtliche Menüs werden mit übersichtlichen, großen Buttons bedient. Square Enix hat sich sichtlich Mühe gegeben, den Bildschirm frei von störenden Elementen zu halten. Eine Karte kann zur besseren Übersicht der labyrinthartigen Level eingeblendet werden, hilft aber erst, wenn man verstanden hat, die zweidimensionale Karte auf die dreidimensionalen, verschlungenen, Levelwege anzuwenden, in denen man sich zudem noch mithilfe von Kristallen durch die Gegend beamen kann.

Eine weitläufige Oberwelt mit verschiedenen Shops und Städten existiert nicht. Stattdessen landet man nach Abschluss eines Levels im Startraum, wo auch zu einem einzelnen Shop gegangen werden kann. Dort lassen sich Items kaufen (z.B. Schokolade, die Health Points wieder herstellt), Equipment wie Schwerter, Rüstungen und Juwelen. Letztere können für Kämpfe entscheidend sein, da sie den Glücksfaktor erhöhen und somit Angriffe von Gegnern häufiger ins Leere laufen.

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Grafisch und klanglich ist Square Enix hier ein großer Wurf gelungen, den man sonst eher Gameloft als treibende Kraft zutrauen würde. Allerdings fühlt sich Chaos Rings “beseelter” an als die meisten Gameloft-Spiele. Das Spiel startet mit einem eigentümlich ruckelnden Video, dem aber gleich der orchestrale (und manchmal auch rockige) Soundtrack folgt, die wunderbar gezeichneten Level und die flüssig animierten 3D-Modelle der Gegner und Spiel-Charaktere. Gerade in Kämpfen positioniert sich Chaos Rings irgendwo zwischen Playstation 1 und 2 und verblüfft stets durch neue, ausgesprochen hübsche, Landschaften. Kritik bewegt sich hier auf entsprechend hohem Niveau: Ich würde mir etwas mehr Antialiasing wünschen, denn die Pixeligkeit an Polygonkanten ist manchmal deutlich zu sehen.

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Nach mittlerweile sechs Stunden Spielzeit ist für mich klar, dass Chaos Rings genau die Art von Action-RPG darstellt, die ich auf einer mobilen und ständigen Unterbrechungen unterworfenen Plattform wie dem iPhone sehen möchte. Das Spiel speichert seinen Spielstand automatisch, hat keine Probleme mit Anrufen oder eingehenden Push-Notifications, die Bildschirmrotation kann eingestellt werden und es wird sogar die aktuelle Uhrzeit nebst Akkustand angezeigt. Die Bedienung geht flüssig von der Hand und die Story wird in so kleinen und komprimierten Texten erzählt, dass man auch nach mehrtägigen Unterbrechungen nicht den Faden verliert. Der Fokus auf das Arena-Spiel samt linearer Handlung werden hier als Vorteil ausgespielt.

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Allerdings ist Chaos Rings kein Final Fantasy. Es ist klar auf mobile Nutzung ausgerichtet, auf kurze Spiele-Sitzungen und bietet eine kleine Spielwelt, die bei weitem nicht mit dem mithalten kann, was z.B. auf dem Nintendo DS in Form der Final Fantasy-Remakes oder Zelda-Spiele alltäglich ist. Für Square Enix und auch für uns Spieler ist das Spiel dennoch eine große Nummer: Zum ersten Mal wagt sich die Firma mit einem eigens für Apples Plattform entwickelten Spiel auf den Markt und sagt somit deutlich, dass sie diese Plattform ernst nehmen und die Zeit miserabler Portierungen (Crystal Defenders) vorbei ist. Auch der gewählte Preispunkt offenbart entsprechendes Selbstbewusstsein.

http://www.youtube.com/watch?v=-W8w4fJoGAo

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Gepostet am Mittwoch, April 28 2010.
Getaggt mit: iPhoneEmpfehlung

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