Ich hatte letztens schon erwähnt, dass Tap to Play! nunmehr in Tumblr erzeugt wird und nicht mehr in einer eigenen Wordpress-Installation. Dieses Posting beschreibt die Prozesse, die für eine Umstellung von Wordpress auf Tumblr erforderlich sind.
Tumblr sieht sich als kleines Blogging-System, welches Fetzen aufsammelt, über die man online stolpert. Dementsprechend kommt es mit vorgefertigten Templates für unterschiedliche Inhaltsformen: Texte, Bilder, Videos, Links. Wordpress als ausgewachsene Blogging-Plattform ähnelt dagegen eher einem umfangreichen Content Management System. Beide Systeme verwenden für die Darstellung Themes. Die Ähnlichkeiten enden hier allerdings schon, denn wo die Wordpress-Themes mit PHP-Code und Plugins beliebig erweitert werden können, besteht ein Tumblr-Theme ausschließlich aus HTML. Erweiterungen gibt es hier nicht. Wie übernimmt man also eine Wordpress-Installation samt aller Artikel, Kommentare und möglichst der Theme-Funktionen zu Tumblr? Der Weg ist glücklicherweise erstaunlich schmerzfrei.
Zu Beginn steht die Wahl des zu verwendenden Themes, welches am Besten gleich Unterstützung für das Disqus-Kommentiersystem, Google Analytics und Twitter mitbringt. Über die Tumblr-Oberfläche müssen dann die passenden Benutzerdaten eingerichtet werden. Das Theme bindet die Funktionalität per Javascript ein.
Damit ist die Basisfunktionalität schon einmal abgedeckt. Hinzu kommen noch Syndication-Funktionen: So kann Tumblr z.B. RSS-Feeds anderer Quellen (wie Twitter-Favoriten, geteilte Artikel im Google Reader) als “Link-Artikel” importieren und Artikel automatisch auf Twitter und Facebook veröffentlichen. Ebenso automatisch funktioniert eine Einbindung von Google Feedburner: Tumblr liefert an Feedburner automatisch die Inhalts-Feed aus, wogegen alle anderen zu Feedburner umgeleitet werden.
Drei Funktionen mussten von Hand in meinem Theme nachgerüstet werden: Die Twitter-Box rechts sollte alle Tweets von zwei Accounts anzeigen und auch die Antworten an diese Accounts. Das kann das Tumblr-Theme nicht, weshalb ein anderes Javascript eingebunden werden musst. Flattr sollte integriert werden, was Tumblr gar nicht unterstützt, aber mit etwas Javascript ebenfalls kein Problem ist. Das Kontaktformular wird über wufoo realisiert.
Diese ganze Prozess hat insgesamt zwei Stunden erfordert. Verbleiben weitere Aufgaben:
Das Umschalten der Domain hat zunächst mit Tumblr nichts zu tun - dort trägt man nur seinen Domainnamen ein und anschließend die Tumblr-IP-Adresse bei seinem Provider. Dann geht es an die Kommentare, Texte und Bilder. Zunächst werden alle Bilder auf einem anderen Server abgelegt, so dass die ursprünglichen, von Wordpress abweichenden, Pfade weiterhin gültig sind. Anschließend werden alle Artikel mit der Export-Funktion von Wordpress als XML exportiert. Dann wird Wordpress um das Disqus-Plugin ergänzt und alle Wordpress-Kommentare werden nach Disqus importiert. Jetzt muss noch nur alles miteinander verbunden und in Tumblr abgelegt werden.
Hier kommt ein PHP-Skript (Download) zum Zuge, welches den Wordpress-Export einliest, einige Umformatierungen vornimmt, die Bild-URLs ändert, den Artikel samt Tags und evt. anderer Metadaten wie Custom Fields in Tumblr speichert und eine CSV-Datei schreibt, welche die alte und neue URL enthält. Diese CSV-Datei schüttet man abschließend in Disqus hinein, damit Disqus die alten Wordpress-Pfade in neue Tumblr-Pfade ändern kann. Fertig.
Zusammenfassung:
Insgesamt kann eine solche Umstellung also entspannt in 4-6 Stunden realisiert werden.
Übrig bleibt lästige Handarbeit: Alle Artikel enthalten Links, die auf die alten Wordpress-Pfade verweisen. Zudem sind in den Suchmaschinen natürlich auch die alten Pfade gespeichert. In Tumblr kann man hierzu Weiterleitungsseiten erzeugen, deren alter Pfad auf den neuen Pfad umleitet. Dummerweise lassen sich diese nicht per Skript anlegen. Das muss folglich von Hand durchgeführt werden und sollte auch zeitnah durchgeführt werden, da die alten Pfade nicht mehr funktionieren.
Hinzu kommen noch einige Umformatierungen an den Texten, da durch andere Styles manche Texte und Abstände etwas merkwürdig aussehen können.