Tap to Play!

Text

Lion: Tipps & Tricks

Desaströse Update-Erlebnisse wie bei Mac OS X 10.4 scheinen der Vergangenheit anzugehören und so langsam überwiegt der Mut, neue OS X-Versionen sofort zu installieren. Die Version 10.7 (Lion) beherbergt mittlerweile den iMac und das beruflich genutzte MacBook. Katastrophen blieben bislang aus, viele Kleinigkeiten erfreuen und nur wenige stören. Hier ein kleiner Bericht von Lion:

Installation

Die Installation verläuft ausgesprochen schmerzfrei und Apple hat es offensichtlich geschafft, sie wirklich idiotensicher zu gestalten: Nach Download des Installers im AppStore muss die Installation bestätigt werden und ohne weitere Fragen (oder Einstellmöglichkeiten) geht es los. Nach meiner Rückkehr aus der Dusche war der iMac aktualisiert und wartete auf meinen Login. Desktop und Startup-Apps erschienen wie gewohnt und ich konnte den Rechner weiter benutzen. Einfacher geht es wohl wirklich nicht.

Erster Eindruck

Nach dem Start fällt die neue Optik auf. Der Aqua-Look ist nicht ganz verschwunden, sondern fällt etwas eckiger aus. Insgesamt wirkt Lion dadurch übersichtlicher als Snow Leopard. Zusätzlich fallen die Scrollleisten weg und endlich wird der Inhalt gescrollt, nicht die Scrollleiste (eine Idee, die man schon bei Erfindung der Scrollräder auf Mäusen hätte umsetzen sollen). Mit Mission Control kann ich so arbeiten wie zuvor mit Exposé und Spaces, die Multitouch-Gesten des Trackpads machen richtig Spaß und der Fullscreen-Modus bei vielen Applikation ist wirklich toll. Kleine optische Negativeindrücke: Das neue Adressbuch ist grauenvoll, Launchpad kann Icons zwar sinnlos wackeln lassen, aber sie nicht löschen und graue Icons auf grauen Buttons auf grauen Toolbars sorgen zwar für optische Ruhe, aber auch für weniger Eindeutigkeit in der GUI. Wo zuvor der Löschen-Button im Finder das runde rote Ding war, ist es jetzt eine nur schwer erkennbar Mülltonne, die ich suchen muss. Das zieht sich leider durch alle mitgelieferten Apps.

Zweiter Eindruck

In Lion findet sich ansonsten aber viel Positives: Dank der enthaltenen deutschen Stimme für die eingebaute Sprachausgabe lässt sich z.B. markierter Text vorlesen. Dank Opt-Esc-Tastenkürzel funktioniert das schnell und effizient und wird von mir verwendet, um markierte Telefonnummern vorlesen zu lassen, die ich dabei wähle.

Safari 5.1 funktioniert rasend schnell und hat endlich eine brauchbare Download-Funktion ohne separates Fenster erhalten.

Das neue Mail.app ist eine grandiose Runderneuerung, samt wunderbarem Threading, Erkennung verwandter Mails, Darstellung der Absender-Fotos in der Listenansicht und Verbannung der Ordner-Sidebar, was meiner Arbeitsweise sehr entgegen kommt: Ich arbeite nur mit einer Hand voll Smart Mailboxen, die jetzt in der Bookmarks-Bar liegen. Auch ein mit 10.6.8 in Snow Leopard eingeführter Bug ist behoben worden: In eine Mail gezogene Attachments werden wieder Outlook-kompatibel versendet.

Größte Neuerung ist allerdings Resume, womit man Mac OS X jetzt im Jahr 1990 begrüßen darf, denn mein damals von PC/GEOS geliebtes Feature gibt es jetzt auch bei Apple und nach dem Neustart des Rechners werden alle Programme, Fenster und (auch ungesicherte) Dokumente automatisch wieder hergestellt. Autosave und Versions runden das Ganze ab: Endlich muss ich mich beim Schließen von Apps nicht mehr um die Kontrolle der 13 offenen Dokumente kümmern, denn auch Ungesichertes ist nach dem Neustart der App automatisch wieder da.

Kleine Probleme

Für anfängliche kleine Probleme hat die Apple-Welt in kürzester Zeit Alternativen gebastelt:

So unterstützt das neue Webkit 2 keine Webkit-Plugins mehr, weshalb in Safari und Mail ClickToFlash nicht mehr verwendet wird. Als Lösung für Safari bietet sich die Safari-Extension ClickToFlash an. Dennoch sollte man das “alte” ClickToFlash nicht deinstallieren, denn etliche Apps wie z.B. Reeder verwenden noch Webkit 1 und blenden somit, dank des “alten” ClickToFlash, auch weiterhin Flash aus.

Als störend empfand ich die neuen Animationen für Fenster und die Reply-Funktion von Mail, da diese Zeit kosten und mich regelmäßig irritiert haben. Auch die Abschaltung der Repeat-Funktion für die Eingabe von mehreren Zeichen (“halloooooo”) empfinde ich als störend. Abhilfe bringt hier die kostenlose App Lion Tweaks, mit der man diese Funktionen abschalten kann (wie üblich werden hierbei nur die von Apple versteckten Einstellungen aktiviert).

Unter Safari verwende ich seit mehreren Jahren die Saft-Erweiterung, welche aber noch nicht für Safari 5.1 und Lion erschienen ist. Für meine verwendeten Saft-Funktionen habe ich mich deshalb in den offiziellen Safari Extensions umgeschaut und bin für alle meine Funktionen fündig geworden, wie z.B. AdBlock, WasteNoTime oder Mindful Browsing. Zu Safari Extensions werde ich sicherlich noch separat etwas schreiben.

Als einzige nicht mehr funktionierende App darf ich übrigens VMWare Fusion 2 melden. Die Version 3 funktioniert aber und hat ein Update bei einem Kollegen ohne Schaden überlebt.

Fazit

Hübsch, effizient, macht Spaß und fühlt sich nach Zukunft an.

Kommentare anzeigen
Gepostet am Freitag, August 5 2011.
Getaggt mit: LionMac OS X10.7Saft
7
Anmerkungen
  1. von taptoplay gepostet

Tap to Play! Apple. Games. And more.
flattr ist eine nette Möglichkeit zur Geldverteilung an Netzinhalte, die man gerne liest, sieht, hört oder anderweitig nutzt und unterstützen möchte. Ihr könnt entweder ganz Tap to Play! mit diesem großen Button hier flattrn oder jeden einzelnen Artikel. Noch Fragen?
EmpfehlungenFeaturesiPadiPhoneKindleOliver wird wenigerArchivÜberKontaktImpressumTwitterRSS Ask me anything
Archiv Abonnieren
Vorige Seite Weiter