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Vor 1 Jahr gepostet

Effizienz dank Instapaper

Instapaper ist ein “Später lesen”-Dienst. Kurz gesagt: Wann immer man auf etwas interessantes stößt, liest man es nicht sofort oder speichert einen Bookmark ab, sondern schiebt es in Instapaper rein. Instapaper existiert als Website, iPhone-App, iPad-App und kann gemerkte Artikel als ePub-Format (für iBooks) oder im Magazinformat für Amazons Kindle exportieren (letzteres auch mit Versand an die Amazon-E-Mail-Adresse). Das Lesen unterscheidet sich vom Studium der Website, da Instapaper den reinen Text und die Artikelbilder darstellt, aber von Navigation, Werbung und dem regulären Seitenlayout befreit.

Ich verwende es seit mittlerweile vier Jahren, zuerst als Website, ab Juli 2008 dann auch als App für das iPhone und iPad. Vier Jahre sind eine lange Zeit, betrachtet man die Fluktuation von Apps, zumal mir zu Beginn gänzlich unklar war, was ich eigentlich damit anfangen soll.

Instapaper dient mir zumeist als Seitengrab: Solange es einfacher ist, eine Seite bei Instapaper abzulegen, als sie direkt zu lesen, führe ich dies durch. In den letzten Jahren haben sich hierbei etliche Möglichkeiten ergeben, allen voran die direkte Instapaper-Einbindung in viele Apps, über die ich neue Seiten auffinde (Reeder am Mac/iPhone/iPad für RSS, etliche Twitter-Clients). Wann immer ich einen interessanten Link in Twitter entdecke oder mein RSS-Reader mir einen Link vorschlägt, landet er in Instapaper (siehe Screenshot). Bei anderen Applikationen öffne ich den Link zunächst im Browser und klicke anschließend das Instapaper-Bookmarklet an. Am iPhone funktioniert auch eine Variante über die Zwischenablage: Eine Adresse kopieren, Instapaper öffnen und es fügt die URL seiner “Später lesen”-Liste hinzu.

Im Ergebnis enthält Instapaper damit eine Liste aller Artikel, die ich für möglicherweise interessant befunden habe. Gelesen werden können diese direkt über den Browser (zusammen mit der Safari-Extension Instapaper Beyond einigermaßen bequem) oder die iPhone/iPad-App. Die Apps speichern den Inhalt zwischen und laden neuen Inhalt im Hintergrund herunter. Der Workflow ist damit angenehm schmerzfrei: Kurz Instapaper öffnen, wieder schließen und im Hintergrund werden die neuen Artikel geladen. Anschließend können sie auch offline gelesen werden, z.B. im Flugzeug.

Die Apps stellen den Inhalt in einer sehr reduzierten und immer gleichen Form dar: Als reinen Text mit Artikelbildern. Navigiert werden kann per Scrollen oder durch Blättern. Schriftarten, ihre Größe, Rand- und Zeilenabstände können genauso festgelegt werden wie die Helligkeit. Zudem erkennt Instapaper, ob man am Tage oder in der Nacht liest und stellt sich in einen Nachtmodus um, der einen nicht durch einen Helligkeitsschock erblinden lässt.

Was ist nun der Vorteil von einer “Später lesen”-Applikation? Zunächst einmal lassen sich alle Artikel in der gleichen Form lesen. Man muss sich nicht auf immer andere Seitenlayouts einstellen oder wird von blinkender Werbung abgelenkt. Das Speichern der Artikel erleichtert das Lesen in Umgebungen, bei denen man keinen oder schlechten Empfang hat. Als Hauptvorteil sehe ich aber die bessere Konzentration auf relevante Inhalte an: Instapaper wird nicht stündlich geöffnet, sondern maximal täglich, manchmal auch nur wöchentlich. So lassen sich dann in einem Rutsch die gemerkten Artikel der letzten Woche durchlesen. Dabei stellt man fest, dass sich vieles bereits erledigt hat und das Lesen am ersten Tag nur Zeitverschwendung gewesen wäre. Übrig bleibt das Relevante.

  1. Instapaper-Website
  2. Entwickler-Blog
  3. AppStore (Universal-App)