Mit dem Paperwhite bietet Amazon nun endlich einen eInk-Reader an, welcher eine Vordergrundbeleuchtung integriert hat. Die Tasche mit separater Beleuchtung wird folglich nicht mehr gebraucht. Wer allerdings etwas in den Rezensionen stöbert findet offenbar häufig auftretende Verarbeitungs- und Softwarefehler:
Dennoch habe ich mich für eine Bestellung entschlossen. Das vierte Gerät war fast fehlerfrei: Nach einer zu grellen Beleuchtung, massiven Farbwolken, falsch in den Text leuchtenden Bereichen und sogar komplett defekten Bildschirmzeilen kommt mein vierter Paperwhite nur mit einem daumengroßen, leicht rötlichen Bereich am unteren Rand (nur sichtbar bei 60% Beleuchtungsstärke) und einem unschönen Knacken, wenn man unten rechts auf den Rand unter dem Display drückt. Auch wenn Amazon stets problemlos tauscht ist die Produktqualität somit mangelhaft. Ob ich wegen der beiden Probleme weitere Austauschorgien auf mich nehme werde ich später entscheiden.
Inbetriebnahme
Amazons inakzeptable Einrichtungsprozedur hat sich nicht verändert:Es muss alles von Hand auf den neuen Kindle geschaufelt werden und alle Einstellungen gehen verloren. Amazon hat weiterhin kein Konzept für den Kindle-Wechsel. Immerhin klappt der Import der Sammlungszuordnung von anderen Geräten.
Das Display
Der Paperwhite kommt mit einem höher aufgelösten eInk-Display als frühere Modelle, was vor allem bei Bildern positiv auffällt, bei Schriften aber nur bei sehr geringen Größen bemerkbar ist. Der Bildschirm stellt wie immer dunkelgraue Schrift auf gelbgrauem Hintergrund dar und ist umso besser lesbar, je stärker das Umgebungslicht ist. Tageslicht oder eine helle und möglichst direkte künstliche Beleuchtung sorgen für eine hervorragende Lesbarkeit.
Die integrierte Beleuchtung
Der Paperwhite enthält eine eingebaute Beleuchtung, welche das Display von Vorne beleuchtet. Einige Leuchtdioden am unteren Bildschirmrand strahlen Licht aus, welches von einer über dem Bildschirm verteilten Schicht wieder nach unten auf den Bildschirm reflektiert wird.
Wer erwartet, dass sein Kindle damit immer so grandios lesbar sei, wie bei heller Umgebungsbeleuchtung, dürfte nach ersten Tests enttäuscht sein: Der Bildschirm wird in unangenehm blauweißem Licht beleuchtet und verliert Kontrast: Schriften wirken matt und nicht mehr durchgehend scharf. Die Umwandlung des gelbgrauen Hintergrunds in einen weißeren Hintergrund wäre theoretisch tagsüber ebenfalls möglich, wirkt aber angesichts der dann einsetzenden Matschigkeit eher kontraproduktiv. Die Beleuchtung dient mir daher als Notbeleuchtung in der Nacht, wobei hier der Blauanteil im Licht sehr störend wirkt. Immerhin kann ich somit Nachts lesen, ohne meine Frau zu stören. Dennoch fühle ich mich von Amazon betrogen, denn TV-Werbung und Bilder auf der Website zeigen eine andere Beleuchtung.
Die Lichtstärke kann in verschiedenen Stufen variiert werden, wobei das Licht aber niemals aus ist: Auch auf Stufe Null legt sich blauweißes Licht auf den Bildschirm und nimmt dem Hintergrund die gelbwarme Farbe, was man gut beim Ausschalten beobachten kann, wo erst die Lampen ausgehen und danach der Bildschirmschoner einsetzt.
Amazons Beleuchtung enttäuscht somit auf ganzer Linie.
Schriftdarstellung
Ich bin bereit, bei einem E-Book-Reader auf gewisse Eigenheiten eines Buches zu verzichten, weil der Reader andere Vorteile bietet: Geruch, Material, Farbe, Einband und Schnittverzierungen werden eingetauscht gegen ein geringeres Gewicht, geringere Größe, die ständige Verfügbarkeit von Büchern, den leichteren Bezug fremdsprachlicher Bücher, eingebaute Wörterbücher und die gewonnene Wohnraumfläche. Was bleibt also bei einem E-Book-Reader übrig, um Sinnlichkeit zu vermitteln?
Schrift.
Leider…
“Amazon’s goal should be for Kindle typography to equal print typography. They’re not even close. They get a pass on this only because all their competitors are just as bad or worse. Amazon should hire a world-class book designer to serve as product manager for the Kindle.”
via Daring Fireball
Der Kindle 4 wurde mit einer sehr breiten Caecilia-Schrift ausgeliefert, weshalb ich zunächst die alternative Schriftart Overlock installieren musste. Erst ein Software-Update führte eine schmalere Caecilia ein, mit der ich gut leben konnte. Sie war nicht hübsch, aber erträglich.
Der Paperwhite kommt erneut mit einer mir zu breiten Caecilia, die ich zudem nicht auf die gleiche Größe wie beim Kindle 4 einstellen kann. Die sonstigen Schriftarten wirken einfallslos und werden, wie beispielsweise Baskerville oder Palatino, in einer helleren Schriftfarbe dargestellt (somit mit weniger Kontrast). Drei Wochen lang habe ich zwischen verschiedenen Schriften gewechselt, ohne eine für mich erträgliche zu finden - von Freude, die ich beim Betrachten empfinde, ganz zu schweigen.
Glücklicherweise lassen sich gänzlich ohne Jailbreak oder Zusatzsoftware weitere Schriften installieren und andere auf dem Gerät bereits vorhandene aktivieren. So komme ich nun in den Genuss von Overlock, Rambla, Source Sans Pro und Titillium Web als von mir installierte Sans Serif-Schriftarten, sowie TBMincho als bereits vorhandene Serif-Schriftart. Titillium ist mein Caecilia-Ersatz: Dick, kontrastreich, aber schmaler als Caecilia und etwas technisch wirkend. Source Sans Pro ist dagegen die Schnörkellosigkeit in Schrift. Overlock und Rambla bewegen sich dazwischen, sind somit gut lesbar, bieten aber auch etwas für’s Auge. Overlock und Titillium sind selbst in der kleinsten Schriftgröße noch sehr gut lesbar (es gibt also keine Probleme mit abnehmenden Kontrast). Damit kann ich zumindest auf dem Paperwhite wieder lesen, ohne mich aufregen zu müssen.
Die Software
Der Paperwhite kommt mit einer für die Touch-Bedienung angepassten Software, die mittlerweile auch für den Kindle Touch verfügbar ist. Die Software fühlt sich mit Menüs, Buttons und Gesten sehr nach einem Tablet an, was irritierenderweise dem Kindle sein altmodisches Auftreten nimmt, welches er selbst noch mit der alten Touch-Oberfläche hatte. Der Paperwhite fühlt sich an wie ein Tablet, welches zufällig ein eInk-Display hat. Selbst der Browser ist verwendbar!
Die Touch-Oberfläche sorgt für leichte Markierungen, das schnelle Nachschlagen von Begriffen und das bequeme Tippen von Notizen. Die Bedienung wirkt dennoch häufig unpraktischer als zuvor. Konnte man auf dem alten Kindle mit seinem Daumen quasi alle steuern, so muss man jetzt wie bei einem Tablet über den Bildschirm huschen.
Fazit
Der Paperwhite muss sich bei mir gegen den klassischen Kindle behaupten, dessen einziger Nachteil die fehlende Lesbarkeit bei schlechtem Licht war. Im direkten Vergleich gibt es nur wenige Vorteile. Im Vergleich zum Vorgänger, dem Kindle Touch, gibt es mit der Beleuchtung sogar nur zwei kleine Vorteile: Eine bei Schriftdarstellung kaum merklich erhöhte Auflösung und die eher schlechte Beleuchtung.
Vorteile
Nachteile
Meine drei Wünsche
Momentan wirkt der Kindle wie ein unfertiges Stück Technik. Meine drei Wünsche für den Paperwhite:
Mein Kindle ist kaputt gegangen. Das halbe Display zeigte nur noch Müll an. Einfach so. Glücklicherweise ein Garantiefall, der binnen zehn Minuten am Telefon (Amazon ruft an) abgewickelt war. Durch den Tausch komme ich nun in den Genuss, einen Gerätewechsel in der Amazon-Infrastruktur testen zu können.

Durch meine Apple-Blase bin ich seit Jahren einigen Komfort gewohnt: iTunes macht ein Backup vom alten und danach einen Restore auf das neue Telefon. Nach einiger Wartezeit sieht das neue Telefon aus wie das alte: Alles ist wieder vorhanden. So hätte ich das auch gerne mit dem Kindle. Leider habe ich da Absurdes lesen dürfen: Amazon synct über Whispersync nur Lesezeichen, Markierungen oder Notizen. Keine Bücher. Ein neuer Kindle ist somit zunächst leer und man muss die gewünschten Bücher einzeln über die Website an ihn senden. Aber was ist mit Einstellungen, Wörterbüchern, Browser-Bookmarks und Sammlungen? Nicht viel: Maximal Sammlungen eines anderen Kindles lassen sich übernehmen. Leider entfällt das auch für mich, denn nach dem Zurücksetzen des defekten Kindles auf die Werkseinstellungen (mit dem Support-Mitarbeiter) und der späteren Abmeldung des Kindles aus meinem Amazon-Profil (als Versandvorbereitung) sind auch alle Profil-Verbindungen entfernt worden.
Ein neues Gerät im Amazons Infrastruktur bedeutet somit:
Das ist insgesamt enttäuschend und die Apple-Infrastruktur samt iBooks dürfte hier hämisch lachen: Vollständiges Backup und Restore gibt es dort seit 2007, Updates direkt auf dem Gerät seit dem letzten Jahr. Allerdings ist ein iPhone oder iPad ein vollständiger Computer, ein Kindle dagegen nur ein Lesegerät für Bücher. Bin ich hier der Sonderfall und alle anderen mit Amazons Wechsel-Möglichkeiten zufrieden, da sie eh nur das eine Buch downloaden und gleich weiter lesen können?
Ein neuer Kindle bringt bei dem zu betreibenden Aufwand immer auch die Überlegung mit sich, was man wirklich auf einem solchen Cloud-anhängigen Gerät herumtragen möchte. Betrachte ich es als ein Buch oder als Bücherregal? Muss ich z.B. alle gelesenen und ungelesenen Bücher auf dem Gerät haben oder reichen die wirklich guten gelesenen Bücher und das aktuelle aus? Vertraue ich der Amazon-Cloud? Möchte ich lieber manuelle Backups auf meinem Rechner haben? Oder gleich alles per Calibre verwalten?
Jeder Schritt, der weg von der Cloud führt, erzeugt höheren Verwaltungsaufwand, entweder auf dem Gerät oder in Zusatzsoftware wie Calibre. Backups öffnen zudem das Fass der DRM-Entfernung. Solche Arbeiten verbuche ich immer unter “Shit-Work”, mit welcher ich mich eigentlich nicht befassen möchte.
Letztlich habe ich zwei Stunden Arbeit investiert und einige gelesene Bücher und komplette Serien übernommen, die ich aufgrund der Durchsuchbarkeit auf dem Gerät haben möchte. Ein iPhone-Wechsel samt verschlüsseltem Backup in iTunes erfordert dagegen 5 Minuten Investition durch mich.
Seit mittlerweile sechs Monaten besitze ich den kleinen Kindle 4 von Amazon. Ich trage ihn nahezu täglich mit mir herum und lese. Ein wenig überrascht bin ich über die Dinge, die ich lese:
Was dagegen überhaupt nicht funktioniert ist meine geplante Trennung zwischen “wertvollen” Büchern, die ich als Hardcover kaufe und “Schund”, den ich auf dem Kindle lese. Ich lese nur noch auf dem Kindle. Die gekauften Hardcover liegen herum, denn sie sind zu klobig, schwer und (haha) zu wertvoll, um sie durch einen Transport zu beschädigen. Ich denke ernsthaft darüber nach, mir solche Bücher einmal zum Anschauen und einmal zum Lesen zu kaufen…
Was ebenfalls - nach wie vor - nicht funktioniert ist das Lesen gemerkter Webseiten per Instapaper. Ich erhalte zwar täglich die letzten zehn gemerkten Webseiten, aber dadurch lesen sie sich nicht wesentlich schneller weg. Mein Kindle ist gefüllt mit etwa 120 Instapaper-“Ausgaben”…
Insgesamt bin ich mit dem Kindle zufrieden und kann ihn jedem empfehlen, der gerne liest. Nach wie vor fühlt er sich wie ein analoges Gerät an, welches genau eine Aufgabe erfüllt und entschleunigt. Genau wie ein Buch.
Übrigens: Die damals getroffenen Einstellungen für z.B. die Schriftart haben sich bewährt und sind noch immer gültig. Die Helligkeits- und Kontrastprobleme fallen mir weniger stärker auf als noch zu Anfang. Ein Kindle Touch ist aber sichtbar heller und wärmer (weniger grau, mehr gelb) als der normale Kindle und wirkt deshalb näher am Buch positioniert als der normale Kindle.
Zeitreise
Der Kindle ist ein Gerät, welches wie aus der Zeit gefallen wirkt. Mit dem langsamen Display und seinen zwei Funktionen (Bücher lesen und im Web browsen) wirkt es neben Alleskönnern wie dem iPad wie ein Greis. Dabei sorgt diese Limitierung für eine wunderbare Entschleunigung. Sicherlich kann ich auch auf dem iPad oder iPhone Kindle-Bücher lesen, aber dort gibt es immer noch Benachrichtigungen, Spiele, Musik, Podcasts und etliche anderen Dinge, die ich anstelle, zwischendurch oder parallel machen kann. Der Kindle kann dagegen kaum mehr als ein Buch sein oder, bei erreichbaren WLAN, ein Web-Browser, der in seinem absurd langsamen Bildaufbau an alte Mailboxzeiten erinnert. Das gefällt mir.
Knapp zehn Tage hat es gedauert, bis der Kindle bei mir als technisches Gerät entschwunden ist. Ich saß in der S-Bahn und las. Der Kindle war nur noch ein Buch. Er fühlte sich an wie ein Buch. Er sah aus wie ein Buch. Dazu brauche es drei Dinge: Eine geänderte Schriftart, einen geringeren Rand links und rechts und eine wertige Aufklapphülle ohne Schnickschnack.
Die Schrift
Die normale Kindle-Schriftart ist für meine europäischen Augen zu sehr an der Serifenschriftart des US-Buchdrucks verhaftet. Außerdem liegt meine bevorzugte Schriftartgröße zwischen den einstellbaren Werten 3 und 4 und der Wert 4 macht die Schrift nicht nur deutlich größer, sondern auch extrem breit. So breit, dass teilweise nur noch drei Wörter auf eine Zeile passen.
Als Schriftart habe ich eine eher schmale, gut lesbare, leicht verschnörkelte, zierliche aber dennoch nicht dünne Schriftart gesucht, die elegant aussieht und den Text aufwertet. Entschieden habe ich mich für Overlock, welche mir so gut gefällt, dass ich mich auch noch nach Wochen an der kleinen Kurve im “W” erfreuen kann:

The Overlock typeface family was selected by the Letras Latinas Biennal in 2006. The initial idea of this typeface was to simulate the Overlock sewing technique. The special thing about these forms is the warm feeling that they give to your text, because of the particular rounded glyph shapes that emerge. As a result, the Overlock typeface family is great for titles and short texts in magazine style layouts.
Zu finden bei den Google Webfonts. Wie man Schriften auf dem Kindle ändert hatte ich früher beschrieben.
Die Kindle-Hülle
Als Hülle habe ich mich für Amazons Original-Lederhülle mit eingebauter Lampe entschieden. Sie lässt sich aufklappen wie ein Buch, der Kindle lässt sich mit ihr halten wie ein Buch, sie verunstaltet den Kindle nicht durch Laschen oder Gummibänder und die kleine Leselampe bezieht ihren Strom aus dem Kindle-Akku. Eine Rundum-Sorglos-Hülle, die dem kleinen Kindle eine analoge Wertigkeit verleiht, welche dem Lesegefühl sehr zuträglich ist.

Alles gleich
Der Kindle sorgt für eine Vereinheitlichung der Bücher: Alles erscheint in der von mir gewählten Schriftart und Größe. Jedes Buch wiegt gleich viel. Jedes Buch ist gleich groß. Das funktioniert für die meisten Romane sehr gut. Grenzen gibt es natürlich: Extrem laut und unglaublich nah würde ich genauso ungern als eBook lesen wie die Unendliche Geschichte mit ihrem mehrfarbigem Druck. Farbige eInk könnte meine Meinung natürlich in Zukunft verändern.
Immer dabei
Der Kindle hat dafür gesorgt, dass ich immer und überall ein Buch dabei habe, da er - auch mit Hülle - in meine Jackentasche passt. Zudem erhalte ich täglich die letzten zehn gemerkten Webseiten per Instapaper zugeschickt und kann, dank iVocabulary-Export, auch wunderbar Vokabellisten lernen. Ich lese deutlich mehr.
Der Verlierer: Das iPhone wird kaum noch für Zerstreuung genutzt.
Die von Amazon angegebene Akkulaufzeit von vier Wochen (ohne WLAN) passt. Mit WLAN und Nutzung der Lampe verringert sich die Zeit geringfügig. Ich habe den Kindle in den vier Wochen bislang 2x aufgeladen, wobei er jedes Mal bei 50% Ladestand war. 3-4 Wochen täglicher Nutzung halte ich für sehr realistisch.
Elektronische Tine
Die verwendete elektronische Tinte ist faszinierend. Die Auflösung bewegt sich mit 167ppi zwischen dem iPad (132ppi) und iPhone (300+ppi). Die Darstellung wirkt organischer als z.B. beim iPad, da kein Pixelraster sichtbar ist und die kleinen Farbkügelchen in den Pixelröhrchen auch alle unterschiedlich geformt sind. Im Vergleich zum Retina Display des iPhones könnte der Kindle aber durchaus noch mehr Schärfe und Detailtiefe vertragen. Das “Druckbild” entspricht eher einer Altpapierzeitung.
Die Temperaturempfindlichkeit des Displays umgehe ich bei aktuellen -10 Grad Celsius, indem ich den Kindle - samt Amazon-Hülle - für den Transport in der Jacke in eine zweite Hülle (eine “Socke”) stecke und nicht draußen lese oder nur für wenige Minuten. Bislang hat er das überlebt. Dabei ist mir allerdings auch aufgefallen, dass ich Holzbücher ebenfalls bei solchen Temperaturen nicht unbedingt draußen lese, da ich mit Handschuhen zu schlecht umblättern kann. Die Einschränkung durch die Null-Grad-Grenze ist somit bislang kaum vorhanden.
Ohne Licht geht’s nicht
Eine Stärke ist das Verhalten des Displays bei Licht: Je mehr Licht auf das Display fällt, desto kontraststärker und somit besser lesbar wird es. Schon bewölktes Tageslicht reicht aus, um sehr gut lesen zu können, bei grellem Sonnenlicht wird es eher noch besser. Das bedeutet aber auch: Je weniger Licht auf das Display fällt, des schlechter lesbar wird es. Wer z.B. am Tage in eine unbeleuchtete Straßenbahn einsteigt, dessen Display wird sofort in einen schlammfarbenen Brei zusammen fallen. Papier bleibt auch bei solchen Situationen problemlos lesbar. Glücklicherweise sind Bahnhöfe und Züge in der Regel so grell beleuchtet, dass die Kontrastschwäche zumindest unterwegs kaum auffällt.
Was im Gegensatz zu Papier dagegen wunderbar reflektiert wird, sind Lichtquellen. In der U-Bahn, wo die Leuchten z.B. oben hinter mir angebracht sind, muss ich den Kindle fast aufrecht halten, damit ich keinen Lichtkegel auf dem Display habe, der die Schrift überdeckt.
Somit bleibt für das Display ein widersprüchliches Fazit: Der Kindle brilliert in allen Situationen, in denen ich auf dem iPad gar nichts mehr erkennen kann, vor allem draußen aber auch in grell beleuchteten Räumen, wo das iPad-Display hauptsächlich Lampen anzeigt, aber keine Inhalte mehr. In meinem Wohnzimmer wünsche mir dagegen ein helleres Display. Hier punktet das iPad. Dennoch bevorzuge ich auch hier den Kindle (notfalls mit der in die Hülle eingebauten Lampe), denn das iPad ist mir vom Gesamtgefühl zu sehr vom Buch entfernt als der Kindle.
Was kann man denn lesen?
Das eBook-Angebot ist durchwachsen. Grundsätzlich gilt: Je aktueller das Buch ist, desto wahrscheinlicher kann man es als eBook kaufen. Aber schon nur wenige Jahre alte Bücher fehlen. Teilweise sind komplette Autoren nicht im Sortiment enthalten. Ich habe mich bislang durch acht Perry Rhodan neo-Hefte, Niemalsland von Neil Gaiman und Böses Blut von Arne Dahl gelesen. Auf meiner Kindle-Wunschliste liegen noch knapp 200 Bücher, die auf mich warten. Auch wenn ich also auf Tom Clancy verzichten muss, es gibt viel anderes, allerdings in der Regel zu Preisen, die nur ganz knapp unter dem Taschenbuchpreis liegen.
Angenehm ist, dass Amazon, ähnlich wie Apple, Leseproben anbieten. So kann man weit in das Werk hineinschnuppern und sich dann entscheiden, ob man weiter lesen möchte.
Und das Fazit?
Der Kindle ist ein tolles Gerät, weil er wenig kann. Er verlangt keine Aufmerksamkeit, er lenkt nicht ab und er verführt nicht zu anderen Dingen. Er lässt einen nur Lesen. Und das macht er ausgesprochen vorzüglich, sogar so weit, dass ich den Kindle nach Beginn des Lesens nicht mehr als technisches Gerät wahrnehme, sondern als Buch, von dem ich Seite um Seite verschlinge. Die Möglichkeit der Leseproben ist toll, ebenso wie der automatische Push gekaufter oder vorbestellter Bücher auf das Gerät, der Support von Instapaper, die Möglichkeit, Dokumente an den Kindle zu schicken und und und.
Kurz gesagt: Ich bin begeistert und mich stören tatsächlich nur drei Dinge:
Apple bzw. Amazon geben folgende Betriebstemperaturen für ihre Geräte an:
Nun, bislang habe ich das schlicht ignoriert. Das iPad verwende ich in eher häuslichen Umgebungen, während das iPhone stets in der Hosentasche beschützend warm gehalten wird und auch Temperaturen jenseits der 40° wie in Nevada hat das iPhone nicht interessiert.
Der Kindle ist nun das erste Gerät, bei dem ich tatsächlich merke, wenn ihm zu kalt wird: Das Display wird langsamer. Träge. Geradezu schläfrig. Und wenn ich Artikeln wie diesem hier Glauben schenken darf, geht der Kindle bzw. sein eInk-Display dann auch einfach kaputt.
0° to 35° C ist für mobile technische Geräte eine absurde Temperaturspanne. Jeder kann sich ausrechnen, dass man die Geräte in Deutschland weite Teile des Winters über jenseits der Spezifikation betreibt und gewisse Teile der USA und Afrika sollte man ebenso tunlichst nicht bereisen. Dass der Kindle nun zudem ein Gerät ist, dem man sein Leid anmerkt, verbessert die Situation nicht gerade. Glücklicherweise ist der diesjährige Winter (noch) ausgesprochen mild.
Über Betriebstemperaturen von Büchern muss ich sicherlich nichts schreiben.
Ich lerne Spanisch. Helferlein am iPhone, iPad und dem Mac ist in den jeweils passenden Versionen iVocabulary (Website). Das Schöne an der App: Es gibt kostenlose Vokabellisten passend zu meinem Spanischbuch in der Reihenfolge, in der die Vokabeln im Buch auftauchen und unzählige Trainigsmethoden und Tests, mit denen man sich mit den Begriffen vertraut machen kann.
Wie bringt man nun die Vokabellisten in brauchbarer Form auf den Kindle?
iVocabulary bietet einen eingebauten PDF-Export für Karten und Listen, der aber für den Kindle nicht wirklich brauchbar ist. Die Lösung liegt im CSV-Export. Über den Umweg einer beliebigen Tabellenkalkulation - bei mir Apples Numbers - erstellt man sich daraus ein für den Kindle optimiertes PDF.
Zunächst muss die Liste aus iVocabulary als CSV-Datei exportiert werden. Dazu einfach das Kapitel auswählen und den Export über das Ablage-Menü anstoßen. Diese CSV-Datei öffnet ihr anschließend in Apples Numbers:

Anschließend ist folgende wichtige Einstellung zu setzen (der Rest ist Formatierung, damit alles hübsch aussieht):

Danach müsst ihr die Schriftarten verändern. Ich habe für alle Zellen Lucida Sans mit 11 Punkten ausgewählt und sie fett gemacht.
Anschließend muss für alle Zellen der Zeilenumbruch aktiviert werden:

Und damit nun auch alle Inhalte sichtbar sind, müsst ihr im Tabelle-Menü noch “Resize Rows to Fit Content” auswählen.
Der letzte Schritt: Die Druckansicht über das Ablagemenü öffnen und schauen, ob auch alles auf eine Seite passt. In meinem Fall musste ich die beiden rechten Spalten löschen, sodass nur noch das spanische und deutsche Wort übrig geblieben ist. Nach einigen weiteren Einstellungen (alternierende Zeilenfarben, Seitenränder entfernt) sieht die Druckansicht bei mir so aus:

Das Ergebnis druckt ihr nun über die normale Numbers-Druckfunktion in ein PDF und mailt es anschließend an eure Kindle-Adresse.
Und so schaut es dann auf dem Kindle aus:

Dank des eingestellten A6-Formats passt die komplette Seite auf den Kindle-Bildschirm. Der Kindle dankt es einem, indem man wie in Büchern blättern kann und nicht mit der Zoom-Funktion genervt wird.
Jetzt fehlt nur noch, dass das Kindle-Wörterbuch dieses PDF als Spanisch erkennt und zusätzliche Definitionen anzeigt…
Instapaper ist seit vielen Jahren mein Werkzeug der Wahl, um Online-Artikel für ein späteres Lesen zu merken und dann ohne Navigation und Werbung lesen zu können. Es ist in meinen Twitter-Client und RSS-Reader eingebunden, so dass ich bequem Artikel übergeben kann. Hinzu kommt ein Bookmarklet, welches für alle anderen Quellen hilfreich ist. Gelesen werden können die gemerkten Artikel anschließend auf instapaper.com oder mit den unterschiedlichen Clients wie der offiziellen App für das iPhone und iPad oder der inoffiziellen (ReadNow) für Mac OS X. Instapaper bietet allerdings auch eine Unterstützung des Amazon Kindles an.
Die Integration lässt sich auf der Kindle-Account-Seite von Instapaper aktivieren:

Als Ergebnis werden täglich um 7 Uhr morgens zehn Artikel an Amazon gesendet und auf den Kindle gepusht. Die Darstellung gleicht der von abonnierten Zeitungen:

Bilder sind enthalten und die Steuerung funktioniert wie gewohnt: Es kann seitenweise geblättert werden, mit den Pfeiltasten kann man zwischen Artikeln springen und ein Druck auf Mitteltaste geht zurück zur Rubrikansicht.

Wer sich gerade in einem WLAN befindet, der kann auch über Links am Artikelbeginn und -ende die Artikel archivieren oder mögen. Ebenso können alle Artikel dieser “Ausgabe” in einem Rutsch archiviert werden. Links werden dabei im experimentellen Browser des Kindle geöffnet. Genau wie beim iOS handelt es sich dabei um einen Webkit-Browser, der durchaus auch komplexere Seiten darstellen kann. Das Öffnen der Original-Webseiten ist damit am Kindle genauso möglich wie unter dem iOS. Sofern Wifi deaktiviert ist fragt der Kindle automatisch nach, ob es dafür aktiviert werden soll.

Daraus ergibt sich ein interessanter Workflow: Da ich um 6:30 aufstehe und kurz die RSS-Feeds durchgehe enthält die um 7:00 auf den Kindle gepushte “Ausgabe” alle soeben vermerkten Artikel. Jede neue Instapaper-Ausgabe ersetzt außerdem die vorherige - der Kindle wird also nicht zugemüllt (das Namensschema wurde leider geändert, sodass jetzt jede Ausgabe manuell gelöscht werden muss). Die Artikel kann ich dann bequem unterwegs lesen und auf Arbeit schnell noch alle Artikel archivieren.
Die Limitierung auf zehn Artikel sorgt außerdem für das Gefühl, nicht mehr eine unüberschaubare Bugwelle vor sich her zu schieben, sondern schaffbare zehn Artikel vor der Nase zu haben.
eBooks sind ein Zwitterwesen, das nicht zum bisherigen Geschäftsmodell der Verlage passt. (via)
Zugegeben, ich wusste, auf was ich mich einlasse. Dennoch: Terry Pratchett? Douglas Adams? Michael Ende? Clive Cussler? Tom Clancy? Tolkien? Joanne Rowling? Neil Gaiman? Mein Kindle muss auf fast all dies verzichten, denn die Verlage haben diese Autoren entweder noch gar nicht oder nur mit einem Bruchteil ihrer Bücher als eBook bereit gestellt. Harry Potter, der Herr der Ringe oder der Anhalter finden somit nicht statt, zumindest, wenn man deutschsprachig lesen möchte.
Was bleibt sind eine Vielzahl klassischer Bücher von Jules Verne oder Karl May, ein großer Bereich der SPIEGEL-Bestsellerliste, klassische Groschenromane wie Perry Rhodan neo und natürlich von unbekannten Autoren veröffentlichte Kurzgeschichten zum günstigen Preis.
Damit deckt der Kindle in der Tat viel ab, aber für mich nicht genug. Mir ist nicht damit geholfen, dass alle von meiner Freundin gelesenen Autoren zur Verfügung stehen, wenn meine gesamte Wunschliste fehlt.
Geht es um den »gefühlten Preis«, den ein Kunde bereit ist zu zahlen, so müsste ein aktuelles eBook zum Taschenbuchpreis verkauft werden – wenn nicht sogar günstiger. (via)
Was die Bepreisung der eBooks angeht, ist immer noch Einiges im Argen. Der kleinste Kindle kostet 99 Euro. Auf diesem lassen sich Bücher schlechter lesen als auf Papier und es existiert kein Gebrauchtmark. Als Ausgleich für diese drei Negativmerkmale kosten die Bücher etwa ein Euro weniger. Amazon stellt das so dar - das Problem ist offensichtlich:

Somit habe ich die Wahl zwischen 9,95 € für das Taschenbuch, 4 € für die gebundene Ausgabe (inkl. Versandkosten) oder 8,49€ für die Kindle-Version. Ein eBook-Reader ist somit nichts für Leute, die auf das Geld schauen. Der so offensichtlich bei und von Amazon bereitgestellte Gebrauchtmarkt ist fast immer deutlich günstiger, als die Kindle-Version.
Überspitzt ausgedrückt heißt das:
Wer allerdings normalerweise nur neue Bücher im Hardcover kauft, der hat den Kindle nach etwa 80 Büchern wieder refinanziert - bei entsprechenden Abstrichen des Qualitätsgefühls und Lesekomforts.
Sofern sich das hier nicht häuft:

Was dem eBook-Markt schlicht fehlt ist die Möglichkeit, eBooks zu einem geringeren Preis wieder verkaufen zu können. Für Amazon sollte es ein leichtes sein, die vorhandene Möglichkeit des Wiederverkaufens auf eBooks auszuweiten: Der Verkaufspreis kann dann vom Verkäufer festgelegt werden, “Versandkosten” werden mit 1 Cent angerechnet und das Buch wird anschließend vom Kindle und der Amazon-Cloud des Verkäufers gelöscht und zum Käufer gepusht.
Der Kindle kommt mit drei Schriftarten, die mir allesamt nicht zusagen:
Aufgrund des mäßigen Kontrasts des Displays bin ich deshalb ständig dabei, Schriftartgrößen und -Arten zu ändern. Glücklicherweise unterstützt der Kindle benutzerdefinierte Schriften. Benötigt wird nur die kostenlose Software Calibre, das Plugin Kindle Collection und natürlich Schriftarten, die es z.B. bei den Google Webfonts gibt. Danach lässt sich in Calibre die Schriftart auswählen. Zum Vergleich hier die Standardschrift, gefolgt von Signika, Kreon und Open Sans:




Ich probiere mich zunächst an Signika.

Als vor einigen Wochen die neue ZEIT-App veröffentlicht wurde, freute ich mich sehr. Seit Erscheinen des iPads wartete ich auf eine zu dem Gerät passende Möglichkeit, die ZEIT lesen zu können. Der Spiegel hatte vorgemacht, wie gut man eine gedruckte Ausgabe auf dem iPad anbieten kann. Doch die ZEIT-App enttäuscht. Sie hängt in der Vergangenheit fest und hinkt der Website hinterher.
Doch beginnen wir am Anfang: Die ZEIT-App macht zunächst alles richtig: Aufgeräumtes Layout, gut lesbares Schriftbild, vertikale und horizontale Darstellung, viel Weißraum, ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis, eine “Meine ZEIT” genannte Merkliste für Artikel, Lesezeichen, Suche über alle Artikel, vollständige Offline-Fähigkeit usw. Es ist eine gute und durchdachte App, mit der die ZEIT am iPad gelesen werden kann. Sie ist so gut, dass ich mir sofort das digitale Abo der ZEIT geholt habe. Im Laufe der folgenden Ausgaben offenbarten sich Schwächen, die einerseits in Designentscheidungen der App ihre Ursache haben, andererseits in der Stärke von zeit.de. Auch der Umfang der einzelnen Ausgaben - mittlerweile insgesamt 1,8GB Daten - begeistert weniger.

Auffällig ist zunächst, dass Scrollen bzw. Wischen als zentrales Navigationselement verwendet wird. So wischt man sich durch die Ressorts, scrollt durch Artikel und wischt zum nächsten Artikel. Das Konzept des Blätterns - ein Kernelement der Spiegel-App - wird komplett ignoriert. Als Ergebnis wirkt die App unruhig. Das Auge muss sich ständig neu positionieren. Hinzu kommen zu kleine Tippbereiche. Die winzige Grafik, um Artikel zu “Meine Zeit” hinzuzufügen, ist schwer zu treffen. Nahezu alle anderen Navigationselemente sind ebenfalls zu filigran ausgeführt.

Anstrengend wird es, wenn man sich dann tatsächlich zielgerichtet bewegen und z.B. einen Artikel aus “Meine ZEIT” lesen und danach aus “Meine ZEIT” entfernen möchte: ZEIT-App öffnen, ZEIT-Ausgabe antippen, ZEIT lesen antippen, Titelseite antippen, Meine ZEIT antippen, Artikel auswählen, Artikel mit viel Gewische lesen, Artikel antippen, oben das kleine Symbol antippen, um den Artikel zu entfernen. Klingt anstrengend? Ist es auch. Artikel in dieser App zu lesen ist mittlerweile in meinem Kopf als “Arbeit” vermerkt und nicht als Vergnügen.

Doch hierbei handelt es sich um Details. Wirklich störend ist die Limitierung auf reine Offline-Ausgaben. Wöchentlich wird eine neue Ausgabe per Push-Notification angekündigt und kann anschließend in der ZEIT-App heruntergeladen werden. Die neue Kiosk-Funktion des iOS 5 mit Hintergrunddownloadfunktion wird nicht unterstützt. Nach dem Download können die ZEIT oder das ZEIT-Magazin gelesen und Artikel zu Meine ZEIT hinzugefügt werden. Möchte ich einen gemerkten Artikel der letzten Ausgabe lesen, so muss ich erst in diese Wechseln und dort Meine ZEIT öffnen. Hier wird das Ausgabenkonzept überstrapaziert. Wie gerne hätte ich z.B. eine übergreifende Merkliste - und einen Hinweis, dass die Merkliste noch Artikel enthält.
Mit Artikeln kann ansonsten nichts gemacht werden. Ausschnitte können nicht auf Facebook oder Twitter verteilt werden, man kann nicht kommentieren, es gibt keine verwandten Artikel usw. Sprich: Es fehlt alles, was man eigentlich von einer zeitgemäßen App erwartet. Selbstredend kann ich einen Artikel auch nicht an Instapaper übergeben und dann auf dem iPhone lesen (die ZEIT-App existiert nur für das iPad).
Existenzbedrohend wird es, wenn man sich parallel dazu zeit.de anschaut. Denn während man sich die Woche über in der ZEIT-App bewegt, werden unbemerkt alle Artikel der Ausgabe auf zeit.de online gestellt und können dort kostenlos gelesen werden. Sie können auf Facebook oder Twitter verteilt, kommentiert und an Instapaper übergeben werden. zeit.de enthält ein Archiv seit 1946 (!). Und zeit.de ist optimiert für das iPhone und iPad und erscheint in entsprechend angepassten Layouts auf den Geräten.
Für wen ist also die ZEIT-App gedacht? Selbstverständlich für den Personenkreis, der fast immer offline ist. Und für den Personenkreis, der die Beiträge als erstes lesen möchte. Doch wie groß ist dieser? Die ZEIT ist eine Wochenzeitung und die Artikel lesen sich nicht in einer halben Stunde weg, sondern benötigen Tage, in denen sie aber bereits online erschienen sind. Ich bin mehrmals am Tag auf zeit.de unterwegs und stolpere zwangsläufig über die dort veröffentlichten Artikel. Sie werden in meinen Instapaper-Account überführt, dort gelesen, evt. mit einem “Like” versehen und somit auf Twitter weiter verteilt. Die ZEIT-App ist damit leider überflüssig.
Anders würde es aussehen, wenn die ZEIT-App mit zeit.de zusammen arbeiten würde. Wenn sie Querverweise, Kommentare und Anbindungen an andere Apps bieten würde. Bislang fehlt dies aber vollständig.
Interessanterweise kann mich die ZEIT auf dem Kindle mehr überzeugen. Auch hier handelt es sich um eine reine Offline-Ausgabe, die jegliche Online-Verbindung missen lässt. Allerdings: Hier schmökere ich, blättere ich durch verschiedene Artikel und habe viel mehr das Gefühl, eine Zeitung zu lesen, als ich es in der iPad-App habe. Und dank Push-Download, automatischem Löschen älterer Ausgaben und der Möglichkeit, einzelne Artikel separat zu archivieren, bietet die Kindle-Ausgabe sogar etwas mehr als die iPad-Version.
