Mittlerweile habe ich eine Türmchenkonstellation gefunden, mit der der Roomba zuverlässig alle Räume bis auf das Bad reinigt und anschließend wieder an seinem Schlafplatz trinken geht. Montag bis Freitag startet er morgens um 9 und sammelt in allen Räumen einen Dreckball auf, der etwa halb so groß ist wie meine Faust und hauptsächlich aus Katzenhaaren besteht. Der Unterschied ist spürbar: Die Wohnung ist - wenig überraschend ;) - sauber. Katzenstreu und Katzenhaare sind kein Problem mehr.
Überraschend angenehm ist die mitgelieferte Wifi-Steuerung, mit der man den Roomba wie ein ferngesteuertes Auto durch die Wohnung fahren und somit Katzen jagen kann.
Die Türmchenkonstellation:
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Gestern Abend endlich ein Erfolg: Der Roomba hat nicht nur aus der Küche heraus gefunden, sondern offenbar auch das Wohnzimmer entdeckt und sich nach dort getaner Arbeit zur Ruhe begeben. So weit, so gut.
Heute ist als letzter Raum das Schlafzimmer Roomba-tauglich (=aufgeräumt) worden und die dortige Virtual Wall in einen Leuchtturm verwandelt worden. Damit hat er die gesamte Wohnung für sich.
Er startet im Flur, begibt sich in das Badezimmer, dann das Wohnzimmer, Büro und schließlich das Schlafzimmer. Das Badezimmer ist mit einer knapp 2cm hohen Schwelle versehen, über die sich der Roomba schiebt. Kommt er schräg auf die Schwelle, so pendelt er vor und zurück und gibt im schlimmsten Fall auf. Er fährt dann zurück und probiert es erneut. Niemals war er dort gefangen.
Außer mit Badelatschen und einer Packung Taschentücher kam der Roomba damit bislang mit allen Hindernissen zurecht: Er kurvt unter Möbeln umher, befreit sich von Schnürsenkeln, wird durch enge Stuhlbeine nicht irritiert und dotzt Möbel nicht wesentlich stark an.
Der heutige Fail allerdings: Er war so lange im Bad (Schwelle) und Schlafzimmer (vergessene Kleinteile) beschäftigt, dass ihm im Schlafzimmer der Strom ausgegangen ist. Der nächste Versuch verwendet folglich wieder eine Virtual Wall, welche ihm das Bad versperrt.
Der Roomba saugt das Büro, fährt aber anschließend nicht in den Flur, sondern wieder auf seinen Schlafplatz. Ich ziehe ihn in das Wohnzimmer um. Der Versuch, die Ladestation unter dem Sofa zu verstecken scheitert leider, da das Sofa ein ganz klein wenig zu flach ist, als dass der Roomba seine Station finden würde. Also stelle ich die Station in den Flur. Der wird optisch schon durch die FritzBox verschandelt, sodass ein Roomba da auch nicht mehr viel kaputt macht. Die Reichweite aller Türmchen stelle ich auf das Minimum ein, in der Hoffnung, dass sich damit die Strahlen nicht kreuzen. Als Ergebnis saugt er den Flug und fährt danach in die Küche. Erstmals! Also lasse ich ihn arbeiten und verlasse die Wohnung, in der Hoffnung, dass er Abends in seiner Ladestation schläft und nicht irgendwo im Raum verdurstet ist.
Wie eingestellt startet der Roomba um 7:30 - und vergnügt sich 40 Minuten lang unter den beiden Kleiderschränken. Er fährt heraus, außen rum, wieder rein, unten durch, wieder raus, dreht sich, fährt wieder rein, traut sich 50cm vom Schrank weg, nur um dann wieder umzukehren. Gibt es dort Bonbons oder einen Zugang in unbekannte Welten? Sollte ich dort auch einmal hinunter kriechen? Nach 40 Minuten hat er genug, fährt er zu seiner Station und schläft ein. Also drücke ich noch einmal auf den Clean-Knopf. Der Roomba reinigt diesmal den gesamten Raum und legt sich danach schlafen. In den Flur ist er auch diesmal nicht gefahren. So war das eigentlich nicht gedacht. Das mit den Türmchen ist nämlich doch nicht so simpel.
Nach Lektüre etlicher Beiträge im roboter-forum ist klar: Der Roomba kommt mit Stern- oder Baumstrukturen der Räume zurecht - Mietwohnungen haben meist genau diese Struktur. Wichtig ist vor allem, dass er möglichst sofort nach Betreten eines neuen Raumes die Leuchttürme sehen kann. Dabei müssen die Leuchttürme auch nicht zwingend in Türrahmen stehen - also reale Räume abtrennen - sondern können z.B. auch einen langen Flur mit abgehenden Räumen in verschiedene Bereiche aufspalten. Die Türmchen sollten möglichst weit in den Raum abstrahlen können, gleichzeitig aber so aufgestellt sein, dass sich ihr “Ausleuchtdreieck” nicht überlappt: Im Leuchtturm-Modus strahlt ein Turm nach Vorne und schräg zu beiden Seiten. In diesem 1-2 Meter großen Halbkreis darf folglich kein anderer Turm reinstrahlen, was 2-4 Meter Abstand zwischen den Türmen erfordert. Ich stelle die Türmchen etwas anders auf.
Wer wie wir mindestens elf Stunden pro Tag außer Haus ist, sich mit Sport, Sprachen lernen, Ausbildung und den notwendigen Einkäufen beschäftigen muss, der sieht sich Zuhause vor ein Problem gestellt: Irgendwer muss die Hausarbeit machen. Im Laufe der Jahre haben deshalb Waschmaschine, Wäschetrockner und Geschirrspüler Einzug gefunden. Was weiterhin fehlt sind Maschinen, die Schränke mit den sauberen Materalien befüllen und - natürlich - automatische Staubsauger. So hat es dann auch ein Roomba 581 in den Haushalt geschafft. Die Idee: Einmal täglich saugt er alle Räume am Stück durch. Theoretisch kann er das: Kleine, aufstellbare Türmchen erlauben oder verbieten ihm den Zugang in Räume und leiten ihn zu seiner Basis zurück. Klappt das?
Die Inbetriebnahme ist kinderleicht: Roomba, Schlafplatz und Netzteil auspacken, den Schlafplatz an eine geeignete Stelle legen, Strom anschließen und den Roomba raufstellen. Er schläft dann die Nacht über und trinkt. Der Mensch kann sich die Zeit mit dem Befüllen der kleinen Türmchen mit Batterien vertreiben und die Türmchen in Türrahmen stellen. In aufgeräumte Räume ohne Kleinteile auf dem Boden (wir haben Katzen…) darf er fahren, in die anderen Räume noch nicht. Mit einem Schalter lassen sich die Türmchen dafür zwischen Leuchtturm (darf rein) und Wand (darf nicht rein) umschalten. Soweit, so simpel.
Am nächsten Tag der Test: Per Knopfdruck auf den Roomba fährt er rückwärts von seinem Schlafplatz und saugt den Raum. Die Aktivierung des Roombas schaltet auch gleichzeitig alle Türmchen ein (quasi Wake-On-Wifi), sodass Wände und Leuchttürme aktiv sind. Leider interessiert sich der umher fahrende Roomba dafür nicht und ignoriert Wände. Hier werde ich in den nächsten Tagen noch experimentieren müssen. Immerhin: Im zweiten Testlauf am Abend hat der Roomba den zweiten Raum gefunden, sich aber leider nicht in den kleinen Strich unseres L-förmigen Flurs gewagt - dort hätte er den Leuchtturm gefunden, der ihn in die Küche geführt hätte. Wie in der Anleitung beschrieben betrachtet die Katze den Roomba als Eindringling: Er wird verfolgt, ab und an angegriffen und es wird mit dem rotierenden Bürstel an der Seite gespielt. Das gibt sich nach kurzer Zeit wieder. Der Kater ignoriert den Roomba komplett. Soweit ein Fortschritt zum Staubsauger, vor dem er auch nach Jahren noch panisch flüchtet. Weiter geht es morgen.