Ein Jahr ist meine Beschwerde über das eher umständliche Bloggen am iPad nun her. Und ziemlich genau ein Jahr nach meinem Artikel ist nun Blogsy mit einem Update erschienen, welches auch Tumblr unterstützt. Wie bloggt es sich denn so?
Kurz zu meiner bisherigen Vorgehensweise: Ich habe die Artikel in Writer vorgeschrieben. Da Writer zwischen iPhone, iPad und Mac per iCloud synchronisiert eignet es sich sehr gut für das Vorschreiben von Artikeln. Der Artikel wurde anschließend in die Web-Oberfläche von Tumblr kopiert und dort formatiert, evt. auch bebildert. Bilder kommen aus unterschiedlichen Quellen und werden mit Acorn skaliert, mit dem ImageOptimizer verkleinert und in einem Public Folder von Dropbox abgelegt. Die URL dieser Grafik kopiere ich dann im Tumblr-Editor ein.
Wie sieht das nun in Blogsy aus?
Blogsy verfügt über ein aufgeräumtes Interface mit einer Formatierungsleiste am oberen Rand und Mediencontainern auf der rechten Seite. Posts können offline erfasst und anschließend in den jeweiligen von der Blogplattform unterstützten Formaten hochgeladen werden. Je nach Plattform können Bilder ebenso gleich mitgeladen oder bei Picasa oder Flickr abgespeichert werden. Dropbox wird leider nicht unterstützt.
Die rechte Toolbar bietet einen Browser und damit kleine Hilfen, um z.B. Verlinkungen durchzuführen: Ein Wort muss markiert werden, anschließend kann eine URL aus dem Browser in den Bearbeitungsbereich gezogen werden - fertig.
Die Verwendung von Bildern ist bei meinem Dropbox-Setting leider kaum möglich: Auf dem iPad skaliere ich Bilder mit der Batch-Funktion von OneEdit, welches direkt nach Dropbox exportiert. Leider gibt es offenbar keine Möglichkeit, eine Bild-URL direkt in Blogsy einzufügen. Sobald man sich allerdings auf einen der unterstützten Bilderdienste einlässt ist alles kinderleicht: Mein OneEdit exportiert nach flickr. Über die flickr-Seitenleiste kann das so hochgeladene Bild bequem in Blogsy ausgewählt und an die passende Textstelle gezogen werden. Genau das hätte ich jetzt gerne noch für Dropbox, denn dort liegen die Bilder immer auch lokal auf dem Mac herum und kommen im Backup an.
Blogsy ist nicht Universal. Wer in Blogsy einen Artikel verfasst und gerade das iPad nicht zur Hand hat, der schaut in die Röhre. Die Vorarbeit in einem Multiplattformeditor wie dem erwähnten Writer bleibt somit Bestandteil meines Workflows. Immerhin: Auf dem iPad kann jetzt auch für Tumblr richtig gebloggt werden. Ich könnte mir außerdem vorstellen, dass Blogsy zusammen mit einer externen Tastatur und der Diktierfunktion richtig Spaß macht.
Auf meinem Schreibtisch steht ein großer iMac. Ich würde ihn gerne loswerden und durch ein iPad ersetzen. Mittlerweile gibt es ja für das iPad sehr schicke Hüllen, die daraus ein Notebook mit Tastatur machen. Mein Problem ist nur: Es geht nicht. Ich weiß nicht, wie eure private Rechnernutzung so aussieht, aber ich komme mit dem iPad auch drei Jahre nach seinem Erscheinen nicht weit:
Mail, Browser, Kalender, Kontakte, YouTube und Musik bzw. Videos sind dank der mitgelieferten Apps und Zusatzprogrammen wie EyeTV oder AirVideo kein Problem. RSS und all das, was ich schon früher erwähnt hatte, sind natürlich ebenso kein Problem.
Aber:
Deshalb: Ich mag mein iPad weiterhin. Aber es ist dient, wenn überhaupt, nur dem Konsum von Dingen. Aber und an verwende ich den Browser oder starte RowMote, um den Mac Mini fernzusteuern. Oder spiele etwas. Oder schreibe Notizen. Mehr nicht.
Wer jetzt hier einen Anwendungsfall für Windows 8 sieht: Nein, ich möchte kein Windows verwenden. Ich bin seit 2002 auf dem Mac und auch davor hatte ich nur eine sehr kurze Windows-Phase. Windows entspricht nicht meinem Denken. Schon kurze Sitzungen mit Office erzwingen im Büro Schreiattacken. Deshalb würde für mich nur ein Windows 8-Tablet mit ausschließlicher Metro-Oberfläche infrage kommen. Und ob das die obigen Dinge besser oder schlechter hinbekommen wird, wird sich erst Monate oder Jahre nach seiner Veröffentlichung zeigen. Zumal die Zusammenarbeit zwischen Windows 8 und iOS - mein iPhone ist mein mobiles Hauptgerät - faktisch nicht möglich ist.
Als 2008 der AppStore eröffnete, war das iPhone 3 aktuell. Seitdem gab es drei weitere iPhone-Modelle, bessere Prozessoren, eine bessere Grafikleistung, das Retina-Display, drei Betriebssystem-Aktualisierungen und natürlich das iPad - mittlerweile auch mit Retina-Display, welches eine höhere Auflösung als ein Full HD-Fernseher aufweist. In diesen wenigen Jahren haben sich deshalb auch die Spiele verändert. Ein kurzer, gänzlich subjektiver, Blick auf drei Genres:
Kart-Racer
Cro-Mag-Rally (2008):

Sonic & Sega All-Stars Racing (2011):

Rennsimulationen
GTS World Racing (2008):

Real Racing 2 (2010-2012):

Real Racing zeigt ebenfalls, wie vielseitig die Plattform mittlerweile geworden ist: Synchronisierung der Spielstände zwischen iPhone und iPad (zukünftig auch zwischen der Mac-Version), 720p-Streaming an einen Apple TV, 1080p-Streaming an einen HDMI-Fernseher, 4-Spieler-Split-Screen…
Kampfspiele
Kroll und Infinity Blade 2 trennen drei Jahre. Beides sind 1st-Class-Citizen und durften ihre Spiele in einer Apple-Keynote vorstellen. Die Unterschiede könnten nicht größer sein.
Kroll (2008):

Infinity Blade 2 (2011):

Blick über den Tellerrand: Im selben Zeitraum veröffentlichte Nintendo den Nintendo DSI und DSI XL, sowie 2011 die neue Konsole Nintendo 3DS. Sony warf für die PlayStation Portable die Aktualisierungen PSP-3000, PSP N-1000 und PSP-E1000 in den Ring, sowie ebenfalls 2011 die neue Konsole PlayStation Vita. Im Gegensatz zu Sony hat Nintendo seinen Nintendo DS aber stets mit relevanten Neuerungen wie einem größeren Display oder einen schnelleren Prozessor versorgt - nahezu im Jahrestakt. Die PlayStation Portable blieb sieben Jahre nahezu unverändert.
Die Zukunft wird interessant: Der Portable-Markt sieht durch leistungsfähige Handys und günstige, sofort herunterladbare Spiele, im Jahre 2012 deutlich anders als als 2004. Zudem kommen die Hersteller von Android- und Windows Phone-SmartPhones im Wochentakt mit neuen Geräten und somit geänderter Hardware heraus. Apple beharrt weiterhin auf dem Jahrestakt, hat diesen allerdings durch die unterschiedlichen Erscheinungszeiträume von iPod Touch, iPhone und iPad im Grunde schon gedrittelt. Dass Sonys Vita hier 2013, wenn nicht schon 2012, abgehängt wird, ist abzusehen.
Hinzu kommt, dass Gelegenheits- oder Pausenfüller-Spieler keine leistungsfähige Hardware benötigen, um Angry Birds laufen zu lassen. Sony, aber auch Nintendo, sehen sich einer Flut von günstigen Android-Telefonen und 79 Cent-Spielen gegenüber. Die Gründe, sich für 250 Euro eine PlayStation Vita plus 30€-Speicherkarte plus 20€-Spiel zu kaufen, sind gering, wenn das Android-Smartphone für 100-150€ zu erstehen ist und man sowieso ein Smartphone haben möchte. Tragbare Spielkonsolen entwickeln sich damit zum Ballast, der zusätzlich zu transportieren ist. Und aufzuladen: Denn die Zeiten, wo ein Nintendo DS problemlos 14 Stunden durchgehalten hat sind leider vorbei. Nintendo 3DS und PlayStation Vita “glänzen” mit maximal fünf Stunden Spielzeit und bewegen sich damit in dem Rahmen, den auch ein Smartphone mit einem 3D-Spiel hinbekommt. Für eine mobile Spielkonsole ist das allerdings inakzeptabel.
Es wird bei mir der Eindruck erweckt, dass Nintendo und Sony den Kampf um mobile Konsolen bereits aufgegeben haben und sich auf häusliche Hardcore-Gamer beschränken, die gerne ein Gerät mit Playstation 3-Grafik in der Hand halten möchten, stets an der Steckdose hängen und die klassischen 50h+-Spiele spielen möchten. Dummerweise greift Apple aber auch immer deutlicher hier an: Wer zu seinem iPad oder iPhone noch 50€ für den HDMI-Adapter ausgibt, der kann sich auf seine Couch setzen und jedes Spiel auf dem TV ausgeben lassen. Wenn es das Spiel speziell unterstützt, wird das Gerät der Controller für das, was auf dem Fernseher sichtbar ist. Real Racing 2 oder die Pinball-Serien von Gameprom handhaben dies z.B. so. Der Platz für Nintendo und Sony wird damit immer enger.
In Anlehnung an diesen Tweet sind mir wieder einmal all die Apps ins Auge gesprungen, die ich seit langer Zeit (teils Jahre) auf dem iPhone verwende, weil sie ihre Arbeit so gut machen:
Außerdem habe ich mittlerweile mit dem iPhone meinen “Langeweile-Punkt” überschritten: Genau wie der Mac langweilt mich das iPhone, denn es funktioniert tagein tagaus und ich habe das Set an Applikationen, welches ich jeden Tag benötige. Mein iPhone ähnelt somit einem gut eingesessenen Sessel.
Apple bzw. Amazon geben folgende Betriebstemperaturen für ihre Geräte an:
Nun, bislang habe ich das schlicht ignoriert. Das iPad verwende ich in eher häuslichen Umgebungen, während das iPhone stets in der Hosentasche beschützend warm gehalten wird und auch Temperaturen jenseits der 40° wie in Nevada hat das iPhone nicht interessiert.
Der Kindle ist nun das erste Gerät, bei dem ich tatsächlich merke, wenn ihm zu kalt wird: Das Display wird langsamer. Träge. Geradezu schläfrig. Und wenn ich Artikeln wie diesem hier Glauben schenken darf, geht der Kindle bzw. sein eInk-Display dann auch einfach kaputt.
0° to 35° C ist für mobile technische Geräte eine absurde Temperaturspanne. Jeder kann sich ausrechnen, dass man die Geräte in Deutschland weite Teile des Winters über jenseits der Spezifikation betreibt und gewisse Teile der USA und Afrika sollte man ebenso tunlichst nicht bereisen. Dass der Kindle nun zudem ein Gerät ist, dem man sein Leid anmerkt, verbessert die Situation nicht gerade. Glücklicherweise ist der diesjährige Winter (noch) ausgesprochen mild.
Über Betriebstemperaturen von Büchern muss ich sicherlich nichts schreiben.
Ich lerne Spanisch. Helferlein am iPhone, iPad und dem Mac ist in den jeweils passenden Versionen iVocabulary (Website). Das Schöne an der App: Es gibt kostenlose Vokabellisten passend zu meinem Spanischbuch in der Reihenfolge, in der die Vokabeln im Buch auftauchen und unzählige Trainigsmethoden und Tests, mit denen man sich mit den Begriffen vertraut machen kann.
Wie bringt man nun die Vokabellisten in brauchbarer Form auf den Kindle?
iVocabulary bietet einen eingebauten PDF-Export für Karten und Listen, der aber für den Kindle nicht wirklich brauchbar ist. Die Lösung liegt im CSV-Export. Über den Umweg einer beliebigen Tabellenkalkulation - bei mir Apples Numbers - erstellt man sich daraus ein für den Kindle optimiertes PDF.
Zunächst muss die Liste aus iVocabulary als CSV-Datei exportiert werden. Dazu einfach das Kapitel auswählen und den Export über das Ablage-Menü anstoßen. Diese CSV-Datei öffnet ihr anschließend in Apples Numbers:

Anschließend ist folgende wichtige Einstellung zu setzen (der Rest ist Formatierung, damit alles hübsch aussieht):

Danach müsst ihr die Schriftarten verändern. Ich habe für alle Zellen Lucida Sans mit 11 Punkten ausgewählt und sie fett gemacht.
Anschließend muss für alle Zellen der Zeilenumbruch aktiviert werden:

Und damit nun auch alle Inhalte sichtbar sind, müsst ihr im Tabelle-Menü noch “Resize Rows to Fit Content” auswählen.
Der letzte Schritt: Die Druckansicht über das Ablagemenü öffnen und schauen, ob auch alles auf eine Seite passt. In meinem Fall musste ich die beiden rechten Spalten löschen, sodass nur noch das spanische und deutsche Wort übrig geblieben ist. Nach einigen weiteren Einstellungen (alternierende Zeilenfarben, Seitenränder entfernt) sieht die Druckansicht bei mir so aus:

Das Ergebnis druckt ihr nun über die normale Numbers-Druckfunktion in ein PDF und mailt es anschließend an eure Kindle-Adresse.
Und so schaut es dann auf dem Kindle aus:

Dank des eingestellten A6-Formats passt die komplette Seite auf den Kindle-Bildschirm. Der Kindle dankt es einem, indem man wie in Büchern blättern kann und nicht mit der Zoom-Funktion genervt wird.
Jetzt fehlt nur noch, dass das Kindle-Wörterbuch dieses PDF als Spanisch erkennt und zusätzliche Definitionen anzeigt…

Als vor einigen Wochen die neue ZEIT-App veröffentlicht wurde, freute ich mich sehr. Seit Erscheinen des iPads wartete ich auf eine zu dem Gerät passende Möglichkeit, die ZEIT lesen zu können. Der Spiegel hatte vorgemacht, wie gut man eine gedruckte Ausgabe auf dem iPad anbieten kann. Doch die ZEIT-App enttäuscht. Sie hängt in der Vergangenheit fest und hinkt der Website hinterher.
Doch beginnen wir am Anfang: Die ZEIT-App macht zunächst alles richtig: Aufgeräumtes Layout, gut lesbares Schriftbild, vertikale und horizontale Darstellung, viel Weißraum, ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis, eine “Meine ZEIT” genannte Merkliste für Artikel, Lesezeichen, Suche über alle Artikel, vollständige Offline-Fähigkeit usw. Es ist eine gute und durchdachte App, mit der die ZEIT am iPad gelesen werden kann. Sie ist so gut, dass ich mir sofort das digitale Abo der ZEIT geholt habe. Im Laufe der folgenden Ausgaben offenbarten sich Schwächen, die einerseits in Designentscheidungen der App ihre Ursache haben, andererseits in der Stärke von zeit.de. Auch der Umfang der einzelnen Ausgaben - mittlerweile insgesamt 1,8GB Daten - begeistert weniger.

Auffällig ist zunächst, dass Scrollen bzw. Wischen als zentrales Navigationselement verwendet wird. So wischt man sich durch die Ressorts, scrollt durch Artikel und wischt zum nächsten Artikel. Das Konzept des Blätterns - ein Kernelement der Spiegel-App - wird komplett ignoriert. Als Ergebnis wirkt die App unruhig. Das Auge muss sich ständig neu positionieren. Hinzu kommen zu kleine Tippbereiche. Die winzige Grafik, um Artikel zu “Meine Zeit” hinzuzufügen, ist schwer zu treffen. Nahezu alle anderen Navigationselemente sind ebenfalls zu filigran ausgeführt.

Anstrengend wird es, wenn man sich dann tatsächlich zielgerichtet bewegen und z.B. einen Artikel aus “Meine ZEIT” lesen und danach aus “Meine ZEIT” entfernen möchte: ZEIT-App öffnen, ZEIT-Ausgabe antippen, ZEIT lesen antippen, Titelseite antippen, Meine ZEIT antippen, Artikel auswählen, Artikel mit viel Gewische lesen, Artikel antippen, oben das kleine Symbol antippen, um den Artikel zu entfernen. Klingt anstrengend? Ist es auch. Artikel in dieser App zu lesen ist mittlerweile in meinem Kopf als “Arbeit” vermerkt und nicht als Vergnügen.

Doch hierbei handelt es sich um Details. Wirklich störend ist die Limitierung auf reine Offline-Ausgaben. Wöchentlich wird eine neue Ausgabe per Push-Notification angekündigt und kann anschließend in der ZEIT-App heruntergeladen werden. Die neue Kiosk-Funktion des iOS 5 mit Hintergrunddownloadfunktion wird nicht unterstützt. Nach dem Download können die ZEIT oder das ZEIT-Magazin gelesen und Artikel zu Meine ZEIT hinzugefügt werden. Möchte ich einen gemerkten Artikel der letzten Ausgabe lesen, so muss ich erst in diese Wechseln und dort Meine ZEIT öffnen. Hier wird das Ausgabenkonzept überstrapaziert. Wie gerne hätte ich z.B. eine übergreifende Merkliste - und einen Hinweis, dass die Merkliste noch Artikel enthält.
Mit Artikeln kann ansonsten nichts gemacht werden. Ausschnitte können nicht auf Facebook oder Twitter verteilt werden, man kann nicht kommentieren, es gibt keine verwandten Artikel usw. Sprich: Es fehlt alles, was man eigentlich von einer zeitgemäßen App erwartet. Selbstredend kann ich einen Artikel auch nicht an Instapaper übergeben und dann auf dem iPhone lesen (die ZEIT-App existiert nur für das iPad).
Existenzbedrohend wird es, wenn man sich parallel dazu zeit.de anschaut. Denn während man sich die Woche über in der ZEIT-App bewegt, werden unbemerkt alle Artikel der Ausgabe auf zeit.de online gestellt und können dort kostenlos gelesen werden. Sie können auf Facebook oder Twitter verteilt, kommentiert und an Instapaper übergeben werden. zeit.de enthält ein Archiv seit 1946 (!). Und zeit.de ist optimiert für das iPhone und iPad und erscheint in entsprechend angepassten Layouts auf den Geräten.
Für wen ist also die ZEIT-App gedacht? Selbstverständlich für den Personenkreis, der fast immer offline ist. Und für den Personenkreis, der die Beiträge als erstes lesen möchte. Doch wie groß ist dieser? Die ZEIT ist eine Wochenzeitung und die Artikel lesen sich nicht in einer halben Stunde weg, sondern benötigen Tage, in denen sie aber bereits online erschienen sind. Ich bin mehrmals am Tag auf zeit.de unterwegs und stolpere zwangsläufig über die dort veröffentlichten Artikel. Sie werden in meinen Instapaper-Account überführt, dort gelesen, evt. mit einem “Like” versehen und somit auf Twitter weiter verteilt. Die ZEIT-App ist damit leider überflüssig.
Anders würde es aussehen, wenn die ZEIT-App mit zeit.de zusammen arbeiten würde. Wenn sie Querverweise, Kommentare und Anbindungen an andere Apps bieten würde. Bislang fehlt dies aber vollständig.
Interessanterweise kann mich die ZEIT auf dem Kindle mehr überzeugen. Auch hier handelt es sich um eine reine Offline-Ausgabe, die jegliche Online-Verbindung missen lässt. Allerdings: Hier schmökere ich, blättere ich durch verschiedene Artikel und habe viel mehr das Gefühl, eine Zeitung zu lesen, als ich es in der iPad-App habe. Und dank Push-Download, automatischem Löschen älterer Ausgaben und der Möglichkeit, einzelne Artikel separat zu archivieren, bietet die Kindle-Ausgabe sogar etwas mehr als die iPad-Version.


Nun ist es also da: Mit dem iOS 4 greift Apple auf dem iPhone ab 3GS und dem iPod Touch ab der zweiten Generation die Spielenetzwerke OpenFeint und Plus+ an!
Ist Game Center einmalig eingerichtet worden, so steht es Spielen automatisch zur Verfügung. Mehrseitige Zustimmungen wie bei OpenFeint entfallen - das Spiel startet, ist sofort im Game Center eingebucht und kann dort 25 Ranglisten und 100 Erfolge (Achievements) verwalten, sowie Online-Multiplayer-Spiele gegen Freunde oder Zufallsgegner initiieren, samt Push-Notifications.
Die einmalige Registrierung erfolgt direkt in der Game Center-App. Es wird der iTunes-Account als Basis verwendet, mit einem Game Center-Nickname angereichert und es können weitere eMail-Adressen hinterlegt werden (optional). Teilen sich mehrere Nutzer denselben iTunes-Account, so müssen (nur für Game Center) zusätzliche iTunes-Accounts angelegt werden.
Die Oberfläche orientiert sich an einem Pokertisch und wirkt somit gleichzeitig fremdartig, aber doch warm und einladend. OpenFeint wirkt im Vergleich rustikal, während sich Plus+ zwischen der Standard-iOS-Oberfläche und älteren Windows-Versionen einordnet.
Die Standard-Toolbar am unteren Rand des Game Centers bietet vier Buttons für den direkten Zugriff auf die eigenen Statistiken, die Freundesliste, die eigene Spieleliste und offene Kontaktanfragen.

Heute gibt es ausnahmsweise einen Nicht-Spiele-Artikel.
Geradezu euphorisch hat die Presse auf das iPad reagiert und es soll nichts geringeres einläuten als die Rettung der Buch- und Verlagsbranche. Das ist umso bemerkenswerter, sind doch eine Vielzahl derer Probleme hausgemacht, wie das fehlende Micropayment auf Webseiten, Artikel mit Informationen von gestern, nachgeplapperte Tickermeldungen oder schlicht schlecht oder gar nicht recherchierte Artikel. Das iPad soll nun immerhin den Inhalt vom Totholzmedium entbinden und somit einer neuen Generation schmackhaft machen. Das darf als kleiner Sinneswandel aufgefasst werden, denn bislang wurde sich immer zwanghaft am Medium und nicht am Inhalt festgeklammert.
Mit dem Erscheinen des iPads fängt allerdings die Arbeit für die Verlage und Redaktionen erst an. Eine App möchte entwickelt werden, Einzelpreis- oder Abomodelle müssen angepasst werden und der Inhalt muss aufbereitet werden. Da ich das iPad als Lesemedium verwenden möchte lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Projekte der deutschen Medienbranche. Viel ist dort noch nicht zu sehen, aber die einzelnen Ansätze könnten nicht unterschiedlicher sein.
taz
Die taz verfolgt einen minimalistischen Ansatz: Im iBookstore von Apple wird die tagesaktuelle Ausgabe als ePub-Datei veröffentlicht (die taz bietet generell ein ePub-Abo an). Das ePub enthält sämtliche Artikel direkt untereinander, wie es in einer derartigen Buchform kaum anders möglich ist. Ein Inhaltsverzeichnis am Anfang des Buches listet die Ressorts auf, ein Inhaltsverzeichnis am Ende alle Artikel mit ihrer Überschrift. Der Wechsel zwischen Ressorts und Artikeln ist damit möglich, wenn auch nicht bequem (man muss erst das Ressort Inhaltsverzeichnis auswählen und dann den dort verlinkten Artikel). Jedes Ressort wird mit einem Scan der Zeitungsseite eingeführt, gefolgt von den einzelnen Artikel als Buchtext.
Jede Ausgabe ist gut lesbar, was vor allem an der iBooks-App von Apple liegt: Eine Ausgabe kann auf iPhone und iPad geladen werden, beide Geräte synchronisieren Lesezeichen, Notizen und Markierungen und die Darstellung lässt sich anpassen: Schriftart, Zeichengröße und Kontrastverhältnis sind konfigurierbar und ein Lesen im Hoch- oder Querformat ist möglich, genauso wie das Suchen innerhalb des Ausgabe.
Der Ansatz, eine Zeitung als Buch anzubieten, ist interessant, aber leider nur ein Kompromiss. Die Artikel sind gut lesbar, aber jegliche Übersicht und Priorisierung, die Zeitungen über ihr Layout erzeugen, geht verloren.
Update: Die taz hat den Vertrieb des ePubs über den iBookstore eingestellt. Stattdessen lässt sich das ePub von der Website herunterladen (wie auch PDF oder MobiPocket). Mittels iCab kann dies vollständig auf dem iPad durchgeführt werden: Der Browser kann Dateien herunterladen und an andere Apps übergeben. Die ePub-Datei kann so z.B. bequem heruntergeladen und an das kostenlose Stanza übergeben werden.
iKiosk (BILD, Welt und andere)
Der Axel Springer-Verlag betreibt Minimalaufwand und stellt, vereint unter der iKiosk-App, etliche Zeitungen wie die Welt Kompakt und BILD als PDF-Downloads im Abo bereit (vier Wochen sind zunächst frei, es gibt keine automatische Verlängerung).
Was zunächst erschreckend klingt, klappt zumindest für die Springer-Zeitungen, die man eh nicht liest, sondern nur überfliegt, ziemlich gut: Per Swipe-Bewegung blättert man sich durch die Welt Kompakt und sieht stets die gesamte Seite vor sich (inklusive Anzeigen). Ein Doppeltap oder die Spreiz-Geste zoomen hinein. Dank der Prozessorleistung des iPads klappt das verblüffend schnell, so dass hier eine gute Navigation zwischen den Seiten und ein effizientes Lesen möglich ist. Anstrengend wird es bei umfangreicheren Blättern wie der Welt, bei der man sich eine separate Artikelansicht wünscht: Das ständige Scrollen in den Zeitungsspalten stört. Ebenfalls ein No-Go: Die App merkt sich weder, welche Zeitung man geöffnet hatte, noch an welcher Position. Somit startet man immer wieder bei null.
PressReader (Tagesspiegel und andere)
Der PressReader verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie die iKiosk-Applikationen, vereint allerdings Zeitungen der gesamten Welt in einer App. Die Einzelausgaben lassen sich in der App kaufen, wobei sieben Zeitungen kostenlos enthalten sind (frei wählbar). Aus dem deutschsprachigen Raum dürfte vor allem der Tagesspiegel interessant sein.
Die Darstellung entspricht zunächst der iKiosk-App: PDFs werden seitenweise angezeigt, man kann blättern und zoomen. Nahezu jede Überschrift kann angeklickt werden und anschließend erscheint der Text in einem separaten Fenster. Was zunächst wie eine Erleichterung wirkt, wirkt allerdings eher schlecht durchdacht, denn Artikel werden in diesem Fensterchen mal einspaltig und mal zweispaltig dargestellt. Gerade die zweispaltige Darstellung sorgt erneut für wildes Scrollen, so dass man auch gleich das PDF-Original lesen kann.
Die aktuelle Leseposition jeder Zeitung wird gespeichert, allerdings startet die App jedes Mal in der Zeitungsliste, man muss somit erneut die Zeitung auswählen, um zum vorherigen Lesepunkt zurück zu kommen.
Als gelungenes Extra können alle Artikel, auch deutschsprachige, gut und verständlich vorgelesen werden. Für Leser mit Sehschwächen ist der PressReader somit eine gute Wahl.
brand eins
Als monatlich erscheinende Zeitschrift konnte die brand eins schon immer durch ein sehr ruhiges, aufgeräumtes Layout überzeugen. Die iPad-App folgt diesem Ansatz: Pro Ausgabe wird ein scrollbares Inhaltsverzeichnis angezeigt und per Antippen öffnet sich der Artikel entweder im Hochformat (Vollansicht einer A4-Seite mit kleiner Schrift) oder im Querformat (halbe Ansicht einer A4-Seite mit gut lesbarer Schrift). Ein separater Lesemodus kann zusätzlich aktiviert werden, der den Text in größerer und serifenloser Schrift ohne Spaltigkeit darstellt. Eine Suche, eine Zitat-Senden-Funktion im Lesemodus, das ständig zugängliche Inhaltsverzeichnis und eine Lesezeichenfunktion runden die App ab.
Leider fehlt ein essentielles Feature: Die App merkt sich nicht, wo man zuletzt war und startet immer in der Magazinauswahl. Über Lesezeichen lässt sich das zwar umgehen, aber auch diese sind nach einem Neustart nur schwer aufzurufen: Magazin auswählen, Artikel öffnen, Lesezeichen öffnen, zu Lesezeichen wechseln und dann das Lesezeichen antippen. Hier ist dringend Nachholbedarf vorhanden (an einem entsprechenden Update wird momentan gearbeitet), ansonsten entspricht diese App weitestgehend dem, was ich von der brand eins erwartet und erhofft hatte.
Der Spiegel
Der Spiegel eReader konnte mich auf dem iPhone nur mäßig überzeugen. Auf einem solch kleinen Display war die Spiegel-typische Serifenschrift nur schwer lesbar. Auf dem iPad ist dies gänzlich anders: Der Spiegel liefert eine derart ideale App ab, dass ich mich tatsächlich nur daran stören kann, dass die Animation beim Zurückblättern falsch herum abläuft und iPhone- und iPad-App die Seitenpositionen nicht synchronisieren.
In der App lassen sich einzelne, auch zurückliegende, Ausgaben des gedruckten Spiegels kaufen. Erforderlich ist ein direkt in der App einrichtbarer Account bei Spiegel, an den die Käufe (die regulär über die AppStore abgerechnet werten) protokolliert werden. Es lassen sich somit auch andere Geräte an den Spiegel-Account binden und somit das gekaufte Magazin z.B. auf dem iPad und iPhone lesen (ob auch unterschiedliche iTunes-Accounts denselben Spiegel-Account verwenden können und sich somit eine Gruppe von Freunden das Kaufen der Ausgaben teilen können habe ich nicht getestet, aber es klingt zumindest technisch möglich).
Nach Auswahl einer Ausgabe öffnet sich eine recht unübersichtliche Übersicht der Top-Artikel, aber auch ein reguläres Inhaltsverzeichnis ist vorhanden. Artikel können im Hoch- oder Querformat, in unterschiedlichen Schriftartgrößen und mit unterschiedlicher Helligkeit gelesen werden. Positiv fällt auf, dass Artikel stets die vorhandene Bildschirmfläche ausnutzen und entweder dreispaltig oder zweispaltig präsentiert werden - Scrollen entfällt hiermit völlig.
Beeindruckt hat mich, dass die App sehr praxisnah am Lesebedürfnis ausgerichtet ist. So gelangt man stets bequem an das Inhaltsverzeichnis, verliert nie den Überblick über die noch zu lesenden Seiten des Artikels, kann zwischen Artikeln wechseln, Zusatzinformationen von Spiegel Online abrufen und landet bei einem Neustart der App auf der Seite, die man zuletzt geöffnet hatte. So macht das Lesen Spaß. Neben den oben erwähnten Kleinigkeiten fehlt jetzt nur noch eine Suchfunktionen. Auch die Zitate-Senden-Funktion der brand eins-App würde hier noch gut passen.
Fazit
Die Presselandschaft präsentiert sich auf dem iPad noch sehr heterogen. Auffällig ist zunächst die Sammlung verschiedener Zeitungen unter einer App. Dahinter liegt selbstverständlich nicht der technische Gedanke, die Anzahl der Icons zu verringern, sondern die Sammlung der Erzeugnisse eines Verlages unter einer App. Aber genau wie beim Fernsehen, wo ich bestimmte Sendungen und nicht bestimmte Sender schaue, denke ich beim Kauf z.B. der ZEIT nicht darüber nach, aus welchem Verlag diese stammt, um dann das entsprechende Regal aufzusuchen, sondern suche schlicht die ZEIT dort, wo andere dicke Zeitungen liegen.
Auf dem iPad muss man daran denken, dass sich die gedruckte Welt hinter iKiosk verbirgt, die taz unter iBooks liegt, der tagesspiegel unter PressReader und darf natürlich auch nicht den Fehler begehen, die Welt HD zu öffnen, hinter der sich etwas gänzlich anderes verbirgt, als die Print-Ausgabe der Welt. Kundenfreundlich ist das alles noch nicht, aber immerhin deutlich besser als das DRM-Chaos anderer Plattformen.
Die Ansätze der einzelnen Apps könnten nicht unterschiedlicher sein: Vom eBook über PDFs hin zu eigenen Apps ist alles enthalten. Der Spiegel legt hier gut vor. Es ist klar erkennbar, welche Anbieter in dieser Plattform eine gute Möglichkeit sehen, ihre Einnahmen zu erhöhen und welche Anbieter sehr unsicher sind und erst einmal nur den großen Zeh in das kalte Wasser stecken möchten. Spiegel und brand eins haben mich zumindest als neuen und regelmäßigeren Leser gewonnen, als es die gedruckten Varianten bislang vermochten.
Bedauerlich ist, wie wenige Magazine sich bislang getraut haben, entweder fertige Produkte oder Ankündigungen herauszugeben. Wired, Time und Vogue gäbe es noch. Ansonsten liegt wenig konkretes vor. Wo bleiben die ZEIT, wo die Neon, wo bleiben sämtliche Spielemagazine und weshalb scheint die gesamte Jugendkulturbranche Apples Geräte zu ignorieren? Für mich, aus Kundenperspektive, ist die Antwort simpel: Weil sie mein Geld nicht möchten. Denn gedruckte Ware lese ich zwar gerne, aber selten. Sie hält sich an Orten auf, an denen ich nicht bin - im Gegensatz zu iPhone und iPad. Und wer sich nicht auf dem iPad oder iPhone aufhalten möchte, der geht demzufolge leer aus. Drei Millionen iPad-Kunden warten als Zielgruppe, die kaufbereit ist: Das Wired-Magazin konnte binnen der ersten drei Wochen 90.000 Magazine über Apples Plattform absetzen - mehr als am herkömmlichen Kiosk.
Das iPad als Lesegerät
Um eine weitere Frage habe ich mich bislang gedrückt: Taugt das iPad eigentlich als Lesegerät? Bedingt. In geschlossenen Räumen klappt es vorzüglich, in der Öffentlichkeit ist es kritisch. Schon Leseversuche in der Berliner S-Bahn zeigen, dass das Gerät kaum größer sein dürfte, da ansonsten die Deckenbeleuchtung auf der unsäglichen Glasscheibe reflektieren würde, mit denen Apple so gerne die Nutzungsmöglichkeit ihrer Hardware einschränkt. Die Helligkeit kann glücklicherweise reguliert werden, so dass man mit maximaler Helligkeit des iPads und der manuellen Regulierbarkeit in den Reader hier gut auf schnell wechselnde Lichtverhältnisse reagieren kann. Die im Vergleich zu allen iPhones und selbstredend “richtigen” eBook-Readern wie dem Kindle niedrige Auflösung fällt zum Glück kaum ins Gewicht, da sich eher größere Schriften für das Lesen empfehlen. Je kleiner die Schrift ist, desto stärker fallen nämlich Lichtquellen oder schimmernde Fingerabdrücke störend auf. Insgesamt klappt es gut genug.
Die Probleme mit der Spiegelung verringern allerdings nicht nur den Nutzen des iPads als Lesegerät, sondern natürlich auch als Gerät an sich. Denn wenn ich weder den Flippertisch noch den Film erkennen kann, da die Sonne auf das Display scheint oder eine Deckenlampe den halben Bildschirm bedeckt, ist das schlicht untragbar. Apple täte gut daran, die gesamte Produktpalette, die vor dem Glossy-Bildschirm noch eine Glasplatte besitzt, mit einer Antireflexbeschichtung auszustatten.