dailytruhe 27.07.2015 mit dem Chappie-Desaster
dailytruhe 27.07.2015 mit dem Chappie-Desaster

Zwei Filme über künstliche Intelligenz: Ex Machina ↗ erhält von mir eine 9/10, Chappie ↗ eine 2/10. Und mir fehlen die Worte für das, was in Chappie passiert. Die schauspielerische Qualität. Das Drehbuch. Der hahnebüchene Rachefeldzug. Die absurden und extrem dummen 90er-Jahre-Gangs. Die Idee, dass die erste erschaffene künstliche Intelligenz eine menschliche Intelligenz ist, also so wahr nimmt wie wir, so wertet, so empfindet und natürlich auch sofort den Intelligenzgrad eines Menschen hat und nicht z.B. eines Hundes.
Ganz schlimm ist aber die Technik. Alle 30 Sekunden krümmte sich alles in mir, wenn wieder nicht nur ein Detail, sondern das ganz große Bild, einfach vollkommener Quatsch war. Krönung war der Schluss: Der große, böse Roboter wird per Brain-Interface gesteuert. Wird gesagt. Gesteuert wird er aber durch zwei Joysticks. Das Brain-Interface kann dagegen problemlos verwendet werden, um das Bewusstsein eines Menschen in das Gehirn eines Robotors zu übertragen und das Bewusstsein eines Robotors in das Gehirn eines anderen Robotors. An diesem Gedanken ist alleine technisch so viel falsch, dass man mit einem Knüppel den Fernseher zerschlagen möchte.
Und leider, leider, schafft es dieser Nummer-5-lebt-Actionfilm auch nicht, die philosophischen Fragen zu stellen, die Ex Machine gestellt hat. Und Ex Machine hat auch genau beantwortet, was Chappie so missen lässt: Eine künstliche Intelligenz ist keine menschliche Intelligenz, nimmt weder so wahr noch empfindet sie, wie wir empfinden. Es ist ein neues Lebewesen mit eigener Ethik und Moral, die durchaus nicht mit unserer übereinstimmen muss. In Chappie läuft dagegen ein menschliches Kind in einem Metallkostüm herum. Gut animiert, keine Frage, aber leider ist Chappie nicht mehr.