
Moderne Spiele nerven mich zunehmen. Ich habe mehr als hundert Spielstunden in Horizon Zero Dawn verbracht und habe begeistert ALLES im Spiel gemacht. Der Nachfolger, Forbidden West, war größer und “mehr”, leider auch mehr an Füllmaterial, der wenig erfüllend ist, z.B. irgendwelche Caves oder eine Blume, hinter der sich ein Haufen Müll unserer Zivilisation verbirgt, als “Belohnung”. Die Ankündigung ↗ von Kena 2 (größer, komplexer) wirkt auf mich wie eine Drohung. Season Passes, Battle Passes, Gacha-Elemente und unterschiedliche InGame-Währungen kommen bei vielen Spielen noch hinzu.
Es ermüdet mich, weil es sich anfühlt, als würde ich ausgepresst werden: Mein Geld, meine Zeit, meine Aufmerksamkeitsspanne.
Das hier sind die Bildschirme von Sonic Crossworlds, die ich hinter mich bringen muss, bevor ich im Hauptmenü des Spiels ankomme:




















Wenn die PS5 mal drei Wochen nicht aktiv war, möchte sie zudem gerne erst einmal ein Zwangs-Update einspielen, sowie anschließend Updates für die Spiele. Anschließend startet Crossworlds, was ca. 30 Sekunden dauert, und fängt seinerseits an, zu nerven. Die Freude, die ich beim Spielen der Crossworlds-Demo hatte, ist im Hauptspiel verloren gegangen, denn es müllt mich zu. Und Steam: Nunja.

Wenn man nach einem Arbeitstag im low energy-Modus unterwegs ist, ist das genug, um gar nicht zu spielen.
Mario Kart auf der Switch kann ich starten und bin einfach drin. Retro-Spiele kann ich starten und sie laufen sofort: Spielstand oder SaveState laden, fertig. Ein Game Boy Advance ist nach fünf Sekunden ↗ im Spiel.
Hinzu kommt der unkreative Look der Spiele: Identitätsloser Realismus auf der einen Seite, Plastik-Feeling bei Nintendo. Bei Wolverine ↗ rolle ich genauso gelangweilt mit den Augen wie beim Plastik ↗-Remake von Advance Wars oder einem Game Boy-Zelda. Wenn alles gleich aussieht wird die Spielwelt irrelevant: Ich habe alles bereits mehrfach gesehen.
Die Kreativität und den Spielspaß finde ich in Indie-Titeln wie Lost Twins ↗ oder Reanimal ↗. Aber wenn ich auf die Retro-Spiele blicke, dann finde ich die Kreativität und den Spielspaß dort auch bei den 1st-party-Titeln (Yoshi’s Island ↗, Wario 4 ↗) und dies scheint in den letzten Jahren zunehmend verloren gegangen zu sein, beim Versuch, die hohen Entwicklungskosten durch eine möglichst breite Zielgruppe abdecken zu können (seltene Ausnahme: Super Mario Wonder ↗).
Gaming ist nicht tot, aber es befindet sich in einer Krise und man muss für sich selber den Weg finden, wie es Spaß macht. Spielen sollte sich nicht wie Arbeit anfühlen. Es sollte Freude bringen.