TL;DR Apostrophe (Split View) und Typora (WYSIWYG)
Unter macOS arbeite ich in MacDown im Split Screen-Modus und bin damit bislang jahrelang sehr zufrieden gewesen. Die grundlegenden Tastenkombinationen wie CMD-B für fett sind in jedem Editor dieselben und für seltener verwendete oder komplexere Markdown-Syntaxen wie Links oder Bilder gibt es den Button in der Toolbar:

Markdown-Editoren unter Linux scheinen entweder Erweiterungen für Texteditoren zu sein, die dann zwar Markdown und Split Screen anbieten, aber ansonsten wenig Komfort. Bei den verbleibenden Markdown-Editoren kann man sehr viele hässliche und skurrile aussortieren, bibliotheksbasierte oder solche mit Funktionsproblemen (z.B. keine Emoji-Darstellung) und kommt dann an bei:
- Apostrophe
- MarkText, sowie
- Typora
Apostrophe fühlt sich auf dem Gnome-Desktop zuhause und holt mich aus meiner MacDown-Welt mit seinem Split Screen und Toolbar gut ab. Es gibt allerdings ein irritierendes Problem bei der Texteingabe: Sie scrollt beim Tippen nach unten und irgendwann aus dem sichtbaren Bildschirm heraus 😵💫.

MarkText hat eine sehr schöne Tabellenansicht, bei der man auch Zeilen mittendrin einfügen kann. In Probleme gerate ich allerdings bereits beim Einfügen von Bildern, wo kein Drag and Drop funktioniert. MarkText ist zudem auffallend träge, nicht nur in der Texteingabe, sondern auch in der Bedienung seiner Einstellungen, die teils erst nach wenigen Sekunden auf Klicks reagieren. Unter Linux scrollt MarktText außerdem merkwürdig absatzweise, was ich unter macOS nicht reproduzieren konnte.

Typora (ca. 15 USD) hat die Performanceprobleme von MarkText nicht und auch das Einfügen von Bildern funktioniert wie gewünscht: Das Bild wird in den lokalen Ordner kopiert, als relativer Pfad referenziert und der Cursor in das Feld für den Bildtitel gesetzt. Das funktioniert selbst mit Bildern von Screenshots aus der Zwischenablage und spart deutlich Zeit. Hat man eine URL in der Zwischenablage, markiert ein Wort und fügt einen Link ein, so wird automatisch die URL der Zwischenablage verwendet – wie bei MacDown.
Typora hat eigentlich nur ein Problem: Der Dark Mode wird von der Menüzeile nicht unterstützt, die einen folglich ständig blendet – ein Problem, welches Typora unter macOS naturgemäß nicht hat. Eine diesbezügliche Support-Anfrage läuft.

Gewinner somit: Typora.
Und es gibt sogar ein LCARS-Theme 🤯
