Tap to Play!


#dailytruhe 20.10.2014

Was habe ich heute gemacht?

  • Vergessen, nach dem Urlaub den Wecker anzuschalten -> Verschlafen, somit kein Sport
  • Über eine Mail der gestern angeschriebenen freuen
  • Standards: Duschen, Frühstück, Youtube, Einkaufen, zur Arbeit fahren
  • Arbeit, in der Mittagspause das Yosemite-Update laufen lassen
    • Apple, ernsthaft: Dass man einfach mal in 20 Minuten ein neues Betriebssystem einspielen und danach weiter arbeiten kann, als wäre nichts geschehen: Danke!
  • Cauldron-Entwickler angemailt und um einen Status gebeten :)
  • MOU gefundet, da ich diesen Markdown-Editor täglich verwende (macht mit!)
  • Mit Kumpel zu IKEA, dort essen, dann einen Wandspiegel kaufen
    • Niemals dort das Rumpsteak essen!
  • Einkaufen
  • YouTube schauen
  • iOS 8.1 installieren
  • Mario vs. Donkey Kong spielen
  • Dinge einscannen
  • Bett, lesen

Was habe ich heute gelernt?

CMD-#

Was hat dich heute glücklich gemacht?

Das Hauseichhörnchen. Es floh vor mir, versteckte sich an einem Baum und jedes Mal, wenn ich um den Baum schaute, schaute es ebenfalls um den Baum herum, sah mich, und versteckte sich schnell wieder. Das ging mehrere Male so :).


#dailytruhe 19.10.2014

Vom Verfolgen der wunderbaren Longboardtour sind einige YouTuber übrig geblieben, die ich weiterhin betrachte, darunter auch Ju, der heute ein Video für ein besseres Leben veröffentlichte. Punkt 6 hat es mir angetan:

Revue passieren lassen. Was ich meistens mache ist, meinen Tagesablauf abends noch einmal durchzugehen, weil täglich so viel passiert, dass vieles in Vergessenheit geraten kann und sprecht auch vor allem die positiven Ereignisse an.

Auch Christine Neder, deren Blog ich seit Jahren lese, macht ähnliches, hat sich dabei aber Kategorien wie “Was hast du heute gelernt?” und “Welche drei Sachen haben dich heute glücklich gemacht?”. Gerade letzteres finde ich sehr charmant. Und sirtomate fängt ebenfalls wieder damit an.

Ich werde deshalb probieren, ob mir - introvertierter Pessimist ;) - solch ein Format auch helfen kann. Wie genau das ausschauen wird werde ich mir mit der Zeit erarbeiten.


Was habe ich heute gemacht?

  • Nach 5h Schlaf verkatert aufstehen
  • Noch etwas mit Yosemite herumspielen
  • Die Safari Reading List entschlacken (“Read it never”)
  • Dabei ein vergessenes Konzert in der nächsten Woche entdecken :)
  • Im Bett bleiben, weil es unfassbar kalt ist
  • Irgendwann duschen und raus gehen, wo es deutlich wärmer ist (WTF?)
  • Fahrrad aufpumpen und rumfahren
  • Der Ex Remote-Support geben, da das iOS-Update ihr Telefon geleert hat und der Restore ein unbekanntes Passwort haben möchte
  • Überweisungen, Dokumente einscannen, etliche Leute anschreiben, die auf Mails nicht mehr reagieren…
  • Marienkäfer vor Schreck erschlagen, der unter meinem Shirt herumkrabbelte :(
  • Neue Podcasts abonnieren
  • Abendmampf, dabei Youtube schauen und beim Florida-Strandurlaub-Video Fernweh kriegen
  • Californication
  • Bett, lesen

Was habe ich heute gelernt?

  1. Das war ein Mai Tai zu viel
  2. Nicht durch die Wohnungstemperatur täuschen lassen :)

Was hat dich heute glücklich gemacht?

Yosemite hat zwei Fehler behoben, die mich unter Mavericks täglich geärgert hatten: Seiten, die ich aus der Reading List öffne, werden jetzt korrekt an DEVONthink übergeben und meine NAS wird vom Finder nicht ständig kommentarlos ausgeworfen. Somit weniger Technikmüll, der mich nervt.

Am Rande von Berlin in den Sonnenuntergang radeln…

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Und es gibt ein Geräusch, welches mich glücklich macht: Das kleine, zufriedene, metallische Klicken, wenn hinten am Rad der Gang wechselt.


Safari als RSS-Reader

Safari versteht mit Yosemite wieder RSS-Feeds. Die Funktion ist in der Sidebar versteckt:

Sidebar

Erkennt Safari den Feed einer Website, so kann dieser über das Share-Menü hinzugefügt werden:

Share

Ein Klick auf einen Feed-Link oder das Einkopieren einer Feed-Adresse in die Adressleiste funktioniert ebenso.

Artikel können anschließend aus der Sidebar geöffnet werden:

Sidebar mit Artikeln

Mit dem iPhone wird das ganze ebenfalls synchronisiert.

Große Feed-Reader brauchen jetzt aber keine Angst zu haben: Es fehlt Apples Implementierung noch an rudimentären Funktionen. So habe ich z.B. bislang nicht bemerkt, dass bereits gelesene Artikel aus der Liste entfernt werden. Für einzelne Webseiten, die sich auf mobilen Geräten schlecht lesen lassen, für die man aber keinen großen Feed-Reader installieren möchte, könnte sich Apples Lösung aber dennoch eignen.


Yosemite-Ersteindruck

Yosemite ist da! Die Aktualisierung auf das neue Betriebssystem von Apple verlief gewohnt schmerzfrei: Über den AppStore wird der Updater geladen, die Ziel-Festplatte bestätigt und nach knapp 20 Minuten sitzt man ohne weitere Zwischenfragen vor einem frisch gebooteten Rechnen mit Yosemite. Applikationen und persönliche Daten sind natürlich weiterhin vorhanden und bis auf Microsofts Silverlight, das eine Neuinstallation verlangte, lief alles auf anhieb.

Auffällig ist natürlich das neue Design von OS X: Flacher, transparenter, ohne Aqua-Effekte und mit einer neuen Schriftart sieht alles zunächst kontrastärmer aus. Hier wird man sich vermutlich dran gewöhnen.

Einige Dinge fallen mir allerdings ins Auge, die dafür sprechen, dass Apple weiterhin nur noch “good enough” abliefert und teilweise wie ein Linux-Desktop-Theme anmutet… Wohl gemerkt: Das ist bislang das einzige, was ich bemängle, denn alles andere klappt.

Finder-Icons sind als Kind…

Finder

…in den Farbtopf gefallen.

Vollbildmodus ist halb fertig

Sofern man es in den Systemeinstellungen nicht abschaltet färbt Apple Sidebars von Applikationen gemäß des Hintergrundbildes ein. Spannend wird das bei Applikationen, die man in den Vollbildmodus versetzt. Dieser wurde von Apple nämlich auf den grünen Kuller der Titelleiste verlegt und ist somit deutlich präsenter als zuvor. Eine App im Vollbildmodus hat allerdings kein Hintergrundbild, auf das sich die Einfärbung beziehen könnte. Stellt sich heraus, dass Apple sich dann einfach an dem Hintergrundbild orientiert, welches aktiv war, als der Vollbildmodus aktiviert wurde.

Wer also bei einem blauen Hintergrundbild eine App in den Vollbildmodus versetzt hat fortan dort eine blaue Sidebar:

Sidebar

Aber…

Shuffle

…was passiert, wenn sich das Hintergrundbild des Desktops, von dem die Applikation vergrößert wurde, verändert?

Leider gar nichts. Die Sidebar verbleibt weiter in der zu Beginn definierten Farbe. Apple hat hier versäumt, den Bildwechsel zu berücksichtigen.

Auch andere Dinge sind etwas merkwürdig: Die Finder-Siderbar zeigt z.B. nicht mehr an, welchen Ordner ihr aktiviert habt. Wenn ihr allerdings den Transparenz-Quark abschaltet, dann erscheint die Markierung - wenn auch nicht in der Markierungsfarbe, die in den Systemeinstellungen eingestellt wurde.

Sidebar

iTunes ist…

iTunes

…unübersichtlich?

iTunes kommt außerdem ohne Widget daher und weiterhin mit diesem Mini-Player?

Miniplayer

Spotlight kann rechnen, also…

Calculator

…kann man schon einmal einen großen, hässlichen Taschenrechner als Alternative in ein Widget formen.


Tipp: In den Systemeinstellungen lässt sich der Kontrast hochschrauben. Das Ergebnis sieht nicht unbedingt gut aus, ist aber deutlich besser lesbar:

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Brandenburg wurde für Autos gebaut

Eigentlich hätte das ganz gut klappen können: Mit dem Bus in irgendein Kaff in Brandenburg fahren, Feuerwerk sehen, mit der Taxe zum Kumpel, trinken, Club.

In der Realität verpasse ich den Bus, stehe 25 Minuten mit laufender MyTaxi-App in der Nähe des Flughafen Schönefelds herum, lande bei einem Fahrer, der das Kaff nicht kennt und lotse ihn mit dem iPhone durch die Gegend - welches sich dann bei 10% Akkustand einfach ausschaltet. Danke, iOS 8! Damit kann ich die Taxe nicht bezahlen (der Fahrer gibt mir seine Kontodaten). Damit kann nachher keine Taxe rufen. Und ich weiß nicht, wo mein Kumpel wohnt. Und ich kann ihn nicht anrufen. Super.

Wird aber besser.

Die Veranstaltung ist gegen 21:00 beendet. Niemand möchte mich mitnehmen. Klar. Bis auf eine Person. Wenn sie nicht zu viel gekifft hätte. Immerhin sagt sie mir, welchen Weg ich laufen kann. Laufen? Nunja, verlaufen kann ich mich nicht - ich muss ja nur um diesen Flughafen herumlaufen, denn der Bahnhof ist im Norden, das Kaff im Süden. Was soll da schon schief gehen? \o/

Leerer Akku bedeutet übrigens auch keine Karte und kein Licht. Ich gehe deshalb den längeren Weg, der mich nicht über Autobahnen und Flughafenbaustellen führt.

Kilometer 1,5

Ich verlasse den Ort Richtung Flughafen. Trotz der Berliner Lichtverschmutzung ist der Weg stockfinster. Ich knuffe meine kleine Tardis, die daraufhin leuchtet und summt. Wenigstens etwas.

Kilometer 2

Flughafen! Ein unbefestiger Baustellenweg führt um ihn herum. Nachts sieht der Flughafen wirklich schön aus. Ruhig. Entspanned. Flugaktivitäten gibt es in Schönefeld quasi keine. Zombie-Apokalypse.

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Ich blicke nach Vorne, entlang der endlosen Reihe von Laternen, die den Flughafen umranden und am Horizont verschwinden. Am Ende der Laternen hätte ich ⅓ des Weges geschafft.

Ich kann das Ende nicht sehen.

Ich hoffe, dass irgendein Polizeiwagen immer im Kreis um den Flughafen herum fährt und mich mitnimmt.

Kilometer 5

Gibt es hier Bären?

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Kilometer 7

Ich laufe in Richtung eines Hügels, auf dessen Kuppe ein einsamer Baum vom Licht fahrender Autos erfasst wird und strahlend erleuchtet. Es ist exakt der Effekt, mit dem in der ersten Akte X-Staffel die Entführungen durch Außerirdische angedeutet werden.

Ich laufe zum Licht.

Kilometer 8

Ein Schild: “Holiday Inn”. Das muss am Flughafen sein! Und selbst wenn nicht: Die haben Taxen!

Kilometer 10

Eine Bushaltestelle! Ich bin nur noch 9 Minuten vom Ziel entfernt!

Ein Auto rast vorbei.

Hier darf man 100 fahren.

9 Minuten. Tempo 100. Selbst wenn der Bus nur 60 fährt sind das… noch 9 Kilometer.

Ich laufe weiter.

Kilometer 15

ICH KANN DAS ZIEL SEHEN! Aber erst einmal Tankstelle. Trinken kaufen. Mir tut alles weh. Ich bin für so etwas nicht gemacht. Und Eis kaufen: Seit wann bitte gibt es Solero Mojito?

Kilometer 16

Ich erreiche den Bahnhof um 1:30. Das heißt, ich bin vier Stunden lang gelaufen. VIER. Das Treffel mit dem Kumpel ist damit natürlich hinfällig.

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Und bereits zwei weitere Stunden später hat mich der Berliner Nachtverkehr nach Hause gebracht.

Und andersrum?

Der Weg östlich um den Flughafen herum ist kürzer ist sieht theoretisch so aus:

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Allerdings wäre ich dann in der BER-Baustelle gelandet und hätte mehrere Kilometer über die Autobahn laufen müssen. Bei Kilometer vier wäre eine Stelle gewesen, bei der ich ohne Karte den Weg nicht gefunden hätte.

Ich hätte alternativ auch den Autos folgen können:

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Ohne Karte wäre ich allerdings auch hier verloren gewesen.

Lessons learned

  1. Ich brauche unbedingt eine neue Akkuhülle (oder Taschenlampe und Papierkarte).
  2. Brandenburg ist nichts für Fußgänger.
  3. Nächstes Mal nehme ich mein Fahrrad mit.
  4. Von den ganzen 16 Kilometern war nur ein Abschnitt von etwa 500 Metern ohne Rad/Fußweg. Alles andere ist entweder mangels Verkehr perfekt begehbar oder hat sehr breite, hochqualitative Wege. So eine Rundtour um den Flughafen dürfte sehr viel Spaß machen.

Unter Wasser Musik hören

Ich schwimme gerne. Das Gleiten auf blauen Bahnen hat etwas leicht meditatives, was nur unterbrochen wird, wenn sich irgendwelche Leute unterhalten oder der Aqua-Gym-Kurs startet. Also habe ich mir einen wasserdichten MP3-Player gekauft.

Sony bietet so etwas an. Dabei handelt es sich um eine Art Bügelkopfhörer. Der “Bügel” ist ein Kabel, das um den Hinterkopf verläuft, die In-Ear-Kopfhörer enthalten Platz für 4GB Musik, und sind mit Bedienknöpfen ausgestattet. Einen separaten Klotz, den man irgendwo am Körper trägt, benötigt man nicht. Geliefert wird der Player mit unterschiedlich großen Aufsätzen für unterschiedlich große Gehörgänge und wasserdichten und nicht wasserdichten Varianten.

Die Klangqualität ist mäßig gut. Als normalen Musik-Player würde ich so etwas in den Müll werfen, aber durch dichte Plastikmembranen kommt Musik nun einmal nicht direkt an, sondern wird stark unterdrückt. Erste Tests unter der Dusche haben zumindest gezeigt, dass Lautstärke und Klangqualität ausreichend sind.

Musik und Playlisten lassen sich im per USB angeschlossenen Gerät direkt per Dateisystem ablegen. Ein kleines Zusatzprogramm nimmt auch Dateien und Playlists per Drag and Drop aus iTunes entgegen.

Content Transfer

Die Bedienung des Players geht passabel von der Hand. “Gut” möchte ich im Zeitalter von Apples Clickwheel und Smartphones nicht dazu sagen, aber der Player kann mit seinen Knöpfen auch blind bedient werden, denn er sagt einem, was man gerade gedrückt hat (“Shuffle”, “Shuffle off”). Weniger gut: Er unterstützt zwar Playlists, startet aber immer bei der ersten Playlist und man nicht zwischen Playlists wechseln.

Absurd wird es beim Software Update:

Software Update

Software Update

Also kein Update für mich.


Nächste Woche folgen dann Tests im Schwimmbad.


9/11

Der 11. September ist das Datum, an dem ich immer noch zusammen zucke. Es hat sich eingebrannt. Ich sehe die Zahlen im Kalender auftauchen und habe Bilder vor Augen von Flugzeugen und Türmen, von großen Staubwolken, Kriegen, die uns bis heute verfolgen und gesellschaftliche und politischen Änderungen, die wir nicht mehr rückgängig machen können.

Der Terror kam in unser Leben zurück. Der Krieg. Die Angst. Die Überwachung. Der Vertrauensverlust. Das Alternativlose. Die Lügen. Snowden. ISIS.

Gegen den zweiten Golfkrieg Anfang der 90er hatte ich als Schüler demonstriert und sah Abend für Abend die Tagesschau zusammen mit meinen Eltern und hatte eine kindliche Angst, da ich die Zusammenhänge nicht komplett verstand, mir aber ständig ausrechnete, wie nah irakische Raketen an Deutschland heran kommen könnten. Den kalten Krieg hatte ich nur entfernt mitbekommen, diese Krise war real und erzeugte Angst.

Der 11. September 2001 begann als normaler Arbeitstag. Der Tag wurde weniger normal, als einer unserer Chefs, der gerade eine Hochseesegeltour machte, anrief und fragte, was denn da los sei. Er hatte eine merkwürdige SMS von Bekannten erhalten. Der Tag fühlte sich mulmiger an, als sämtliche Nachrichtenseiten nicht erreichbar waren. Der Tag kippte, als die Nachrichtenseiten langsam wieder erreichbar wurden - in Form einer Art Notfallseite nur mit Informationen über dieses eine Ereignis. Das Internet war gleichgeschaltet. Es gab keine anderen Informationen mehr. Nirgendwo. Ich starrte gebannt auf jede Aktualisierung und in meinem Kopf vermischte sich eine Kombination aus Tom Clancy-Büchern, einstürzender Häuser und der diffusen Kriegsangst, die ich 11 Jahre zuvor empfand. Bewegte Bilder des Ereignisses habe ich erst Abends gesehen und wie viele hatte ich Schwierigkeiten, diese Bilder mit realen Ereignissen in Verbindung zu bringen. Es sah zu sehr nach jedem Actionfilm aus, den ich je gesehen hatte.

Das Gefühl der Panik und Beklemmung, das ich damals hatte, kann ich jederzeit wieder erzeugen, indem ich mir die französische Dokumentation anschaue, in der ein Feuerwehrteam begleitet wird, welches im World Trade Center agiert. Falls ihr diese Dokumentation noch nicht gesehen habt: Schaut sie euch an, denn dieser Tag beeinflusst in seinen politischen und gesellschaftlichen Folgen unser aller Leben. Ihr solltet ihn fühlen können.


Am 11. September starben knapp 6.000 Menschen als direkte Folge der Anschläge.

Im folgenden Afghanistan-Krieg starben 3.400 Soldaten der USA und Verbündeter. Die Gesamtanzahl der Toten liegt bei über 30.000.

Im folgenden Irak-Krieg und der anschließenden jahrelangen Besetzung starben 4.800 Soldaten der USA und Verbündeter. Die Gesamtanzahl der Toten liegt bei mindestens 100.000. Schätzungen gehen von über 600.000 Toten aus.

Mit dem Islamischen Staat formierte sich als Reaktion auf den Irak-Krieg eine neue Terrororganisation. Diese möchte ein islamisches Kalifat errichten, welches sich von den nördlichen Ländern Afrikas über Israel, die Türkei und Krim bis nach Österreich und Spanien erstrecken soll. Durch Anschläge des IS starben bislang 6.000 Menschen alleine im Irak. 2014 führen die USA Luftschläge gegen Stellungen des IS im Irak durch.

(Zahlen aus der Wikipedia)


Hello ello¡

Mit ello wird gerade die neue Sau durch das Social Network-Dorf getrieben. Klappern wir einmal die Standards ab:

Was ist ello?

Der Ersteindruck: Ello ist das, was früher Mailboxen als “Wall” hatten. Quasi eine Liste von kleinen Nachrichten ohne Bezug zueinander, garniert mit der Möglichkeit, lange Posts zu erstellen. Letzteres ist ein Alleinstellungsmerkmal, denn die Posts können bei ello Markdown enthalten (somit Listen und Formatierungen) und sind ein Container, der verschiedene Inhaltsarten enthalten kann (Text, dann ein Bild, dann wieder Text usw.). Innerhalb eines Containers lassen die Bestandteile eines Posts auch sortieren und nach dem Absenden beliebig oft überarbeiten.

Ello-Post

Die Möglichkeiten in Posts gefallen mir sehr, der Rest schwächelt noch: So fehlen noch grundsätzliche Funktionen wie eine Antwortmöglichkeit und Threads (danach wäre ello nämlich ein großes Diskussionsforum), die Oberfläche ist krude und nicht einmal Umlaute funktionieren in der als UTF-8 deklarierten Website.

ello ist noch beta und invite-only, da kann man über etliche Probleme und fehlende Funktionen hinweg sehen. Aber wo möchte ello eigentlich hin? Was soll ello von anderen Social Networks unterscheiden und weshalb sollte man ello verwenden? Und wofür?

Ello is a simple, beautiful, and ad-free social network

"Social Network" ist mir zu allgemein, also habe ich bei ello nachgefragt, wo sie mit ihrem Produkt hin möchten und darauf keine Antwort erhalten. Auch über das "simple" und "beautiful" ließe sich angesichts der Mystery Meat Navigation streiten.

Zum Vergleich App.net, die eine sehr klare Vision verfolgten:

App.net is a subscription-based, advertising-free social network and API. It’s a platform that developers can rely on and that members can use to interact with each other.

App.net connects members’ feeds across clients built by third-party developers. Developers are free to build on our API – we’ll even send you a monthly payment, if your app is well-received – which means that members have a variety of apps to choose from to access the network.

Da sich ello nicht selber erklärt bin ich die Features durchgegangen, die ich bei App.net verwende und habe ello gefragt:

  • Antwortmöglichkeit auf Posts? - Wird kommen.
  • Threads? - Werden kommen.
  • Hashtags? - Werden kommen.
  • Suche? - Wird kommen.
  • Zugang auf die API für andere Entwickler? - Haben sie noch nicht entschieden.
  • RSS-Feeds für ello-Posts? - Vielleicht irgendwann.
  • Importmöglichkeiten für RSS-Feeds? - Vielleicht irgendwann. (In Verbindung mit formatierten Posts und Threads halte ich den Import von Content aus bestimmten Quellen - lastfm für geplante Konzerte, IMDB für bewertete Filme für durchaus sinnvoll, um Diskussionen zu starten.)

Was ergibt das insgesamt? Eine geschlossene Umgebung mit vermutlich wenig oder keinen Spam-Problemen, langen, formatierten Posts, Threads. Ein Web-Forum mit Timeline-Ansicht.

App.Net war dagegen ein Framework für Social Networks. Ich konnte dank simpler Schnittstellen wie RSS alles mit allem verbinden und Entwickler konnten beliebige Apps bauen. Mit den obigen Entscheidungen wäre ello ein System, welches geschlossener als Twitter ist, zentral aufgebaut und aus dem man seine Daten nicht entnehmen kann. Abgesehen von den netten Formatierungsmöglichkeiten eine Kombination schlechter Dinge. Das ello-Manifest passt somit eher zu App.net als zu ello:

We believe a social network can be a tool for empowerment. Not a tool to deceive, coerce, and manipulate — but a place to connect, create, and celebrate life.

Wie finanziert sich ello?

Das Finanzierungsmodell von ello basiert auf Prinzip Hoffnung:

You never have to pay anything, and you can keep using Ello forever, for free. By choosing to buy a feature now and then for a very small amount of money you support our work and help us make Ello better and better.

Bestimmte Features wird es gegen Geld geben. Wir wissen alle, wie das deutlich planbarere Geschäftsmodell bei App.net geendet ist. Mir ist bewusst, dass ein kleines Social Network mit wenigen Funktionen in einer Nische existieren kann, wenn es als Hobby in der Freizeit weiter entwickelt wird und nicht genug User hat, um viel Geld zu kosten. Sehr zukunftssicher wirkt es auf mich damit aber nicht, zumal hier keine Open Source-Community daran schraubt.

Fazit?

Ein geschlossenes System mit fadenscheinigem Finanzierungsmodell und keiner Idee, wo das Produkt platziert werden soll? #sigh

Meh

Nutzungsvariante

Aber ich bin ja in solchen Dinge immer ein wenig konservativ. Häufig umarme ich neue Dienste nach anfänglicher Skepsis und nutze sie intensiv. Die Zeit wird zeigen, ob auch ello diesen Weg gehen wird.


Kindle Comics

Amazon hat mittlerweile viele schöne ~~Comics~~Graphic Novels im Programm, die sich auf dem Kindle oder unter lesen.amazon.de lesen lassen. Auf beiden Plattformen wird dabei eine Seite in verschiedene Bereiche aufgeteilt, die man anschließend in vergrößerter Form betrachten kann. Man hangelt sich also von Kasten zu Kasten.

Wie funktioniert das?

Ich bin zunächst davon ausgegangen, dass es sich hierbei um spezielle Markierungen im Buch handelt. Auf dem Kindle ist mir aufgefallen, dass dort teilweise Sprechblasen abgeschnitten werden, die Reihenfolge vertauscht ist und manche Seiten, die schwarze statt weiße Umrandungen enthalten, gar nicht zerteilt werden.

Das spricht dafür, dass Amazon hier verschiedene Automatismen eingebaut hat, die mehr oder weniger versuchen, die unleserlich geschrumpfte Seite wieder lesbar zu machen.

Letztlich stellt sich heraus, dass beides korrekt ist: Es sind spezielle Markierungen und sie werden automatisch angebracht mit Amazons Comic Creator.

Das Video auf der Produktseite erklärt deutlich, weshalb einige meiner Comics so schlecht zu lesen sind: Der Comic Creator versucht, die Rahmen zu erkennen. Anschließend sollte man einmal durch das gesamte Buch durchgehen und die Rahmen korrigieren. Macht man das nicht, so erhält man ein Ergebnis wie bei den Doctor Who/Star Trek-Crossovers, bei denen sich weite Teile überhaupt nicht vergrößern lassen.

Also auch hier wieder: Keine Liebe und keine QS.

PS: Wurden gar keine Panels erstellt, so kann der Kindle “Virtual Panels” verwenden, bei denen man zwischen vier festen Bildschirmbereichen “blättern” kann.


Extensions

Folgende Browser-Extensions verwende ich:

  • 1Password. Es geht nicht mehr ohne.

  • AdBlock.

  • Ghostery. Ich mag keine Tracker und lasse hier nur Disqus und flattr durch.

  • eBay-Manager. Weil die eBay-App 15 Minuten vor Ende einer Auktion warnt und ich die Warnung nach einer Sekunde wieder vergessen habe.

  • DEVONthink. Weil Content ja auch irgendwo in DEVONthink ankommen muss.
    Highlight: Die Extension kann eine Website durch Readability jagen und den geschrumpften Inhaltsbereich anschließend nach Markdown konvertieren und dieses dann in DEVONthink ablegen. \o/

  • Nur für Safari: DuckDuckGo. Ersetzt Google durch DuckDuckGo.

  • Nur für Chrome: Last.fm-Scrobbler. Scrobbelt YouTube-Musik zu last.fm.

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Weshalb nicht mehr Extensions? Klar, es gibt noch tausend andere nützliche, aber die Extensions brauchen Speicher. Ein Chrome mit vielen Extensions ist eine unerträgliche Schnecke.